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Rezession : Spaniens Arbeitslosigkeit steigt stärker als erwartet

  • Aktualisiert am

Warteschlange für dem Arbeitsamt in Malaga. Bild: REUTERS

Im September waren in Spanien fast 80.000 Menschen mehr arbeitslos als im August.

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          Die Krise hat den spanischen Arbeitsmarkt fest im Griff. Die Zahl der Erwerbslosen erhöhte sich im September im Vergleich zum Vormonat um 79.645 Personen, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 57.000 gerechnet.

          Aktuell sind rund 4,7 Millionen Menschen in Spanien arbeitslos gemeldet. Das Euro-Krisenland steckt in einer tiefen Rezession, jeder Vierte ist ohne Job. Dramatisch ist die Situation bei Jugendlichen unter 25 Jahren. Hier liegt die Arbeitslosenquote bei über 50 Prozent.

          Mancher Experte sieht vorerst kein Ende der Misere. „Der Teufelskreis aus Rezession und Sparmaßnahmen ist noch nicht durchbrochen“, sagt Chefökonom Holger Schmieding von der Berenberg Bank. Der wirtschaftliche Abschwung reiße Löcher in die Haushaltsbudgets der Krisenländer, auf die diese mit weiteren Sparmaßnahmen reagierten, durch die die Rezession vertieft werde. „Das fünfte Austeritätspaket innerhalb von zehn Monaten ist zu viel für ein Land, das bereits in der Rezession steckt.“

          Spanien befindet sich jedoch in einem Dilemma: Im Spätsommer geriet das Land an den Anleihemärkten so stark unter Druck, dass die Zinsen für neue Kredite eine Höhe erreichten, die viele Experten als langfristig untragbar betrachten. Erst nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) Hilfe in Aussicht stellte, entspannte sich die Lage wieder.

          Um Unterstützung zu erhalten, muss Madrid jedoch strikte Sparvorgaben erfüllen. Obwohl Spanien bislang noch keinen Hilfsantrag gestellt hat, wurde der am vergangenen Donnerstag vorgestellte Haushaltsplan für das kommende Jahr so aufgestellt, dass er den Auflagen der europäischen Partner entsprechen soll.

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