https://www.faz.net/-gqu-7jk1h

Bundesbank-Monatsbericht : Krisenländer bleiben abhängig von ihren Banken

  • Aktualisiert am

Spaniens größtes Krisenfall: Bankia allein brauchte 20 Milliarden Euro Nothilfe Bild: dpa

Die Abhängigkeit der Euroländer von ihren heimischen Banken ist ein Grund dafür, warum die Schuldenkrise so lange dauert. In den letzten beiden Jahren ist sie größer geworden, warnt die Bundesbank.

          1 Min.

          Die Abhängigkeit krisengeschwächter Euroländer von ihren heimischen Banken ist in den vergangenen beiden Jahren deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesbank in ihrem Monatsbereich vom Montag.

          Demnach haben Banken aus Italien ihr Engagement in Schuldtitel des italienischen Staats von 240 Milliarden Euro Ende November 2011 auf 415 Milliarden Euro Ende September 2013 ausgeweitet. Dies entspricht einem Anstieg um 73 Prozent. In Spanien beträgt der Zuwachs im selben Zeitraum sogar 81 Prozent.

          Auch irische und portugiesische Banken weiteten die Kreditvergabe an ihre Heimatstaaten in den letzten zwei Jahren beträchtlich aus (plus 60 beziehungsweise 51 Prozent). Dagegen lag der Zuwachs bei deutschen und französischen Banken mit 16 und 14 Prozent wesentlich niedriger. „Durch diese Entwicklung ist die wechselseitige Abhängigkeit von Banken- und Staatssektor insbesondere in jenen Ländern gestiegen, in denen die Verflechtungen bereits zu Beginn des hier betrachteten Zeitraums besonders hoch waren“, schreibt die Bundesbank.

          Die gegenseitige Abhängigkeit der Euroländer von einheimischen Geschäftsbanken ist eine starke Triebfeder in der europäischen Schuldenkrise gewesen. Die Bundesbank fordert deswegen seit längerem, dass Banken von ihnen gehaltene Staatsanleihen mit Eigenkapital hinterlegen sollen. Zurzeit ist dies nicht der Fall, weswegen staatliche Schuldtitel aus Bankensicht als lukrative Anlagemöglichkeit gelten. Zumal der Zins für Zentralbankgeld seit langem deutlich unter den Zinsen liegt, die Staatsanleihen von Krisenländern abwerfen.

          Darüber hinaus weist die Bundesbank in ihrem Monatsbericht darauf hin, dass die Rückzahlung langfristiger Notkredite, die die Geschäftsbanken Ende 2011 und Anfang 2012 von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten hatten, mitunter stark auf Kosten der Kreditvergabe an die Privaten geht. Dies sei insbesondere in Spanien, Italien und Portugal der Fall gewesen. Die schwache Kreditvergabe gilt derzeit als einer der größten Bremsklötze für die konjunkturelle Entwicklung im Währungsraum.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Aus einer Zeit vor Corona: einige Ministerpräsidenten nach ihrer Jahreskonferenz 2019. Nicht nur in der Pandemie sind sie sich nicht immer einig.

          Corona-Pandemie : So schlagen sich die Bundesländer im Vergleich

          Seit Monaten streiten die Länder über den richtigen Umgang mit der Corona-Krise. Wie haben sich die Fallzahlen seit Beginn der Pandemie entwickelt? Und wo wird es jetzt brenzlig? Ein Überblick.
          Kurz nach der Sperrstunde stehen zusammengeklappte Stühle vor einer Bar in Neukölln.

          Ladensterben : Wen hält es noch in der Stadt?

          Wirtschaftsminister Altmaier will dem Einzelhandel helfen. Doch die Probleme in den Innenstädten gehen weit über die Corona-Krise hinaus – es drohen bis zu 50.000 Ladenschließungen.
          Kurz vor der Präsidentschaftswahl verklagt das amerikanische Justizministerium Google.

          Vorwurf Marktmissbrauch : Amerika verklagt Google

          Kurz vor der Wahl beginnt die Regierung ein Kartellverfahren gegen den Internetkonzern – und gibt damit auch einen Warnschuss an die anderen Tech-Konzerne.
          Hanspeter Vochezer schult die Crews von großen Yachten.

          Benimm dich auf Megayachten! : Kurs Knigge

          Crewmitglieder von Megayachten haben sehr spezielle Arbeitsplätze, aber nicht immer die passende Ausbildung. Darum kümmert sich der Butler Hanspeter Vochezer aus der Schweiz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.