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Schwache Konjunktur : Weniger Aufträge für die deutsche Industrie

  • Aktualisiert am

Die deutsche Industrie leidet nach wie vor unter der schwachen Weltkonjunktur. Bild: dpa

Die zaghafte Stabilisierung der Industriekonjunktur hat sich wieder ins Gegenteil verkehrt. Ein Grund ist die schwache Nachfrage aus dem Ausland.

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          Die Schwächephase in der deutschen Industrie nimmt weiterhin kein Ende. Im November mussten die Industrieunternehmen beim Auftragseingang überraschend einen Dämpfer einstecken. Im Monatsvergleich sei die Zahl der neuen Aufträge um 1,3
          Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Ausschlaggebend war eine schwache Entwicklung bei Großaufträgen aus dem Ausland. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten beim Auftragseingang im Durchschnitt einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet.

          Zwar war die Entwicklung im Vormonat besser als bisher gedacht ausgefallen. So revidierte das Statistische Bundesamt den Auftragseingang für Oktober nach oben. Demnach habe es im Monatsvergleich einen Zuwachs um 0,2 Prozent gegeben, nachdem zunächst ein Rückgang um 0,4 Prozent gemeldet worden war. Im September hatte es allerdings noch einen Zuwachs von 1,0 Prozent gegeben. „Ein Tiefpunkt des Industrieeinbruchs ist alles andere als nahe“, kommentierte der für Deutschland zuständige Chefvolkswirt der ING Bank, Carsten Brzeski.

          Schwächere Weltkonjunktur

          Im Jahresvergleich sanken die Aufträge im November um 6,5 Prozent. Auch in dieser Abgrenzung fiel der Auftragseingang enttäuschend aus. Analysten hatten nur einen Rückgang um 4,7 Prozent erwartet. Eine wesentliche Rolle für die enttäuschende Entwicklung im November dürfte der Rückschlag bei den Großaufträgen gewesen sein. „Ohne Berücksichtigung der Großaufträge lag der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im November 2019 saison- und kalenderbereinigt 1,0 Prozent höher als im Vormonat“, teilten die Wiesbadener Statistiker weiter mit.

          Während die Bestellungen aus dem Inland im November um 1,6 Prozent zulegten, sanken die Aufträge aus dem Ausland um 3,1 Prozent. Dabei fiel die Nachfrage aus den Euro-Ländern um 3,3 Prozent, die aus dem Rest der Welt um 2,8 Prozent. Eine schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und das Brexit-Chaos haben die exportabhängige Industrie zuletzt in die Rezession gedrückt und die gesamte Wirtschaft belastet.

          Zuletzt hatten sich wichtige Konjunkturindikatoren stabilisiert. So legte der Ifo-Geschäftsklimaindex – der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft – zuletzt zu. „Der Ausblick für die Industriekonjunktur hat sich etwas verbessert“, betonte das Bundeswirtschaftsministerium deshalb. Auch die Commerzbank-Ökonomen betonten, dass man mit Blick auf die zurückliegenden sechs Monate noch immer von einer Stabilisierung sprechen könne. Doch auch wenn die Talfahrt wohl gestoppt sei, dürfte sich daran nur eine „blutleere Aufwärtsbewegung anschließen“, so Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

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