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Schuldenkrise : Immer mehr Euro-Länder stehen auf der Krisenliste

Bei aller Liebe: Der Immobilienmarkt der Insel schwächelt Bild: Bloomberg

Nicht nur die Zukunft Griechenlands ist offen. Auch die Lage Spaniens, Zyperns und Italiens ist fragil. Ein Überblick.

          Die vor allem von Spanien und Italien ausgehende Hektik auf dem G-20-Gipfel in Los Cabos hat es vielleicht am besten illustriert: Es brennt wieder im Euroraum. Deshalb wird das Treffen der Euro-Finanzminister an diesem Donnerstag in Luxemburg abermals eine Krisensitzung sein. Man werde über alle Eurostaaten reden müssen, deren „Zugang zu den Finanzmärkten erschwert“ sei, formuliert ein EU-Beamter höflich.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Mit anderen Worten: Nicht nur das mit seinen Reformen außer Tritt geratene Nachwahl-Griechenland wirft neue Fragen auf. Die Minister haben weitere Länder im Blick, die früher oder später auf Hilfe aus den europäischen Hilfsfonds - dem jetzigen EFSF oder dem ESM, der ihm als ständige Einrichtung möglichst bald folgen soll - angewiesen sein könnten: Der spanische Antrag ist schon angekündigt, der zyprische abzusehen - und Italien bleibt ein Wackelkandidat. Je mehr Länder im Fokus stehen, desto stärker dürften die Forderungen werden, die „Brandmauern“ für den Euroraum abermals zu erhöhen.

          Ein Überblick über die Krisenländer:

          Griechenland

          Die Lage in Hellas nach der Wahl ist ein zentrales Thema des Treffens, zumal auch die Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, erwartet wird. Am Mittwoch zeichnete sich zweierlei ab: Zum einen sind wegen des massiven griechischen Rückstands in der Verwirklichung des vereinbarten Reformprogramms (und angesichts nicht weniger massiver Forderungen der neuen Regierung) „Anpassungen“ im internationalen Hilfsprogramm notwendig.

          Deren Umfang ist aber erst absehbar, wenn der Bericht der Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB über das Ausmaß des griechischen Stillstands (und des daraus abzuleitenden „Anpassungsbedarfs“) vorliegt. Zum anderen wird sich der IWF wohl vorläufig weiter am Hilfsprogramm beteiligen. Die Troika will nach Athen aufbrechen, sobald eine handlungsfähige Regierung im Amt ist. Eine politische Entscheidung ist spätestens Anfang August notwendig.

          Spanien

          Es ist keineswegs sicher, ob das Land mit jenen Hilfsgeldern aus dem Euro-Krisenfonds EFSF auskommen wird, die es zur Rekapitalisierung seiner Banken beantragen will. Zum einen ist nicht klar, ob der als Maximum geplante Betrag von 100 Milliarden Euro überhaupt ausreicht. Zum anderen belasten die EFSF-Kredite den spanischen Staatshaushalt und erhöhen die Staatsschuld - das verringert die Finanzierungsmöglichkeiten des spanischen Staates am Markt.

          Die Finanzmärkte waren vom angekündigten Hilfsantrag der spanischen Regierung jedenfalls wenig beeindruckt, im Gegenteil: Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen stiegen weiter - nicht zuletzt, weil längst nicht klar ist, wie hoch der Kapitalbedarf der Institute wirklich ist. Die Regierung in Madrid will den Hilfsantrag erst stellen, wenn die unabhängigen externen Prüfer (von Roland Berger und Oliver Wyman) dazu ihr Gutachten vorgelegt haben. Dieses wird noch in der laufenden Woche erwartet. Brüsseler Beamte rechnen aber nicht damit, dass den Euro-Finanzministern am Donnerstag schon ein spanischer Antrag vorliegen wird.

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