https://www.faz.net/-gqe-6vlgi

Rendite von 0,0005 Prozent : Bund zahlt fast keine Zinsen – und erhält trotzdem Milliarden

  • Aktualisiert am

Die Finanzagentur hat für die Bundesregierung äußerst günstig Milliarden Euro eingesammelt Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Nach der schleppenden Auktion einer zehnjährigen Anleihe vor zwei Wochen hat die Bundesrepublik nun ohne Mühe rund 3 Milliarden Euro eingenommen - obwohl sie nahezu keine Zinsen zahlt.

          1 Min.

          Trotz einer Mini-Rendite knapp über der Null-Prozent-Marke hat die Bundesrepublik ohne Probleme neues Geld bei Investoren eingesammelt. Bei der Versteigerung unverzinslicher Schatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit erhielt der Bund rund 2,7 Milliarden Euro von Anlegern, erklärte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur am Montag. 325 Millionen Euro behielt sie zur Marktpflege ein.

          Obwohl die Rendite denkbar niedrig ausfiel, war die Nachfrage hoch: Die Agentur hätte sogar etwas mehr als 10 Milliarden Euro einnehmen können. Die Versteigerung war damit 3,8-fach überzeichnet. „Das Marktumfeld ist unverändert sehr nervös“, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. Es gebe daher eine „starke Suche nach Qualität“.

          „Liquidität ist tonnenweise da“

          Ähnlich sehen das Analysten. „Liquidität ist tonnenweise da und wird gehortet“, sagte Unicredit-Experte Kornelius Purps. „Gesucht wird schnell verfügbare Liquidität bei höchster Sicherheit.“ Beides böten deutsche Geldmarktpapiere. Nach der zum Teil gescheiterten Auktion einer zehnjährigen Anleihe am 23. November war die Auktion mit Spannung verfolgt worden. Damals bot die Finanzagentur den Anlegern sechs Milliarden Euro an, diese wollten aber nicht einmal vier Milliarden Euro zeichnen.

          Untereinander leihen sich Banken derzeit kaum noch gegenseitig Geld - aus Sorge, dass die Staatsschuldenkrise auch Kreditinstitute in den Abgrund zieht und sie auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Sie sind daher bereit, ihr Geld notfalls zu Mini-Zinsen in die wenigen als ausfallsicher geltenden Wertpapiere zu stecken.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Razzia in einer Shisha-Bar in Bochum

          Aussteigerprogramm : Raus aus dem Clan

          Nordrhein-Westfalen will den Ausstieg aus kriminellen Großfamilien erleichtern. Das Programm läuft gut an, doch die Erfahrungen lehren auch: Wer den Ausstieg wagt, wird meist brutal zurück gezwungen.
          Ein provisorisches Krankenhaus für die Corona-Infizierten in der Stadt Lleida.

          Corona- und Wirtschaftskrise : Spaniens Kampf ums Überleben

          Das südeuropäische Land muss wegen des heftigsten Corona-Ausbruchs seit der Öffnung neue Ausgangssperren verhängen. Und auch wirtschaftlich sieht es düster aus: Ministerpräsident Sánchez kämpft um die Kredite und Zuschüsse der EU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.