https://www.faz.net/-gqe-16rwb

Ramschstatus : Moody's senkt Griechenland-Rating

  • Aktualisiert am

Wieder ein Stück näher am Abgrund: So sieht die Ratingagentur Moody's den Zustand Griechenlands Bild: Matthias Lüdecke / F.A.Z.

„Beträchtliche“ makroökonomische Risiken sieht die Ratingagentur Moody's für Griechenland. Nachdem S&P Griechenland-Anleihen bereits auf Ramschniveau herabgestuft hat, folgt Moody's nun in dieser Einschätzung. Nach der letzten Herabstufung hatte sich die Schuldenkrise des Landes beträchtlich zugespitzt.

          1 Min.

          Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Euro-Staates Griechenland auf Ramschstatus herabgestuft. Die Bonitätsnote sinke um vier Stufen von „A3“ auf „Ba1“, teilte Moody's am Montag mit. Den Ausblick schätzt die Ratingagentur als stabil ein. Dies bedeutet, dass mittelfristig keine weitere Abwertung in Erwägung gezogen wird.

          Moody's-Analystin Sarah Carlson begründete die Absenkung mit „beträchtlichen“ makroökonomischen Risiken und Umsetzungsgefahren, die mit dem Hilfsprogramm im Zusammenhang stünden. Zwar habe der gigantische Rettungsschirm von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) jegliche Risiken in der kurzen Frist beseitigt. Allerdings seien die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Programms substanziell und nur mit einer geringeren Bonitätsnote zu vereinbaren. Risiken sieht die Agentur vor allem beim Wirtschaftswachstum. Diese Ungewissheit sei besser mit einem „Ba1“-Rating in Einklang zu bringen. Dieses berücksichtige das „größere, obgleich niedrige Risiko einer Pleite“.

          S&P senkte Rating schon Ende April

          Moody's folgt mit seiner Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), die die Bonität Griechenlands bereits Ende April auf Ramschstatus gesenkt hatte. Nach diesem Schritt hatte sich die Schuldenkrise des Landes deutlich zugespitzt.

          Die Ratingagentur Fitch wiederholte am Montagabend Aussagen von Anfang Mai, wonach die derzeit keine Pläne hat, Griechenlands Rating zu senken. Derzeit stuft Fitch Griechenland mit BBB-minus ein, was bei Fitch gerade noch Investment-Status bedeutet. Eine Herabstufung auf „Junk“ ist auch deshalb problematisch, weil dann einige Investoren aufgrund ihrer eigenen Vorgaben gezwungen werden, sich von solchen Papieren zu trennen

          Aus Athen kam umgehend Kritik an der Entscheidung. „Das spiegelt nicht die Fortschritte, die wir in den letzten Monaten erzielt haben“, erklärte unter anderem das griechische Finanzministerium am Montagabend. Athen bleibe konzentriert auf sein Spar- und Reformprogramm, hieß es weiter. Auch die Bank von Griechenland (Bank of Greece) charakterisierte den Beschluss als „unerklärlich“, berichtete der griechische Rundfunk.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der SPD-Politiker Thomas Oppermann

          Thomas Oppermann gestorben : „Ein schwerer Schock für uns alle“

          Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gab den Tod seines Parteikollegen auf Twitter bekannt. Zahlreiche SPD-Politiker zeigten sich schockiert. Deutschland verliere einen versierten Politiker und die Sozialdemokraten einen kämpferischen Genossen.

          Trumps Herausforderer : Ein Empathiebündel namens Joe Biden

          Es gab eine Zeit, da kam Joe Biden als Präsident nicht in Frage. Er tritt in Fettnäpfchen, biegt sich die Wahrheit zurecht und weist wenig Erfolge auf. Trump aber hat die Grenzen verschoben – und ihm den Weg geebnet. Ein Porträt.

          Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Verletzung bei Götze – Ärger bei Guardiola

          Eindhoven verliert Platz eins. Ajax schießt 13 Tore. Liverpool dreht das Spiel. Manchester City mit Sorgen. Real gewinnt den Clásico in Barcelona. Deutlicher Sieg für Tuchel, Niederlage für Kovac. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.