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Bruttoinlandsprodukt : Ostdeutschland holt auf

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Kurz vor Sonnenaufgang im Hafen in Hamburg: Ein Containerschiff liegt am Terminal Burchardkai, dahinter ist die Köhlbrandbrücke zu sehen. Bild: dpa

Von wegen „arm aber sexy“: Ausgerechnet in der Hauptstadt und in Sachsen ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr am stärksten gewachsen. Leistungsstärker sind aber andere Bundesländer.

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          Berlin hat beim Wirtschaftswachstum im bundesweiten Vergleich einen geteilten ersten Platz belegt. Das geht aus den Zahlen des Jahres 2016 hervor, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag veröffentlichte. Das Berliner Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im vergangenen Jahr preisbereinigt um 2,7 Prozent zu. Damit liegt Berlin zusammen mit Sachsen auf dem ersten Platz aller 16 Bundesländer. Das Wirtschaftswachstum in ganz Deutschland lag bei 1,9 Prozent.

          Die Zunahme in Berlin geht vor allem auf das Baugewerbe und die starke Bautätigkeit (+ 6,9 Prozent) sowie auf den Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe und Kommunikation (+ 3,7 Prozent) zurück. Die Berliner Wirtschaft profitiert auch von der steigenden Einwohnerzahl der Hauptstadt und der weiteren Zunahme beim Tourismus.

          Hessen liegt mit 1,5 Prozent auf einem mittleren Platz. Schlusslicht ist das Saarland, dessen Wirtschaftskraft im vergangenen Jahr stagnierte.

          Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man nicht auf die Zunahme der Wirtschaftskraft schaut, sondern auf die bereits vorhandene Wirtschaftsleistung pro Kopf. Dann zeigt sich, dass das Bruttoinlandsprodukt in Hamburg mit 62.000 Euro mit Abstand am höchsten unter allen Bundesländern ist. Erwartungsgemäß schneidet der Süden Deutschlands gut ab, während sich die ostdeutschen Bundesländer am Ende der Tabelle wiederfinden.

          Auch innerhalb der EU klafft die Wirtschaftsleistung der einzelnen Regionen weit auseinander. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat ebenfalls am Donnerstag mitteilte, rangierte das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner im vorvergangenen Jahr zwischen 30 und 580 Prozent des EU-Durchschnitts. Die wirtschaftsschwächste Region lag demnach in Bulgarien, die leistungsstärkste war Inner-London-West. Hamburg erbrachte die drittstärkste Wirtschaftsleistung. Eurostat weist darauf hin, dass hohe Pendlerströme die Wirtschaftskraft einer Region stark beeinflussen. Die Herkunftsregionen leiden wiederum unter dem gegenteiligen Effekt.

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