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Konjunkturampel auf „rot“ : Ökonomen warnen vor akuter Rezessionsgefahr

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Wolken ziehen über Baukräne auf einer Großbaustelle hinweg. Bild: dpa

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung sieht das Risiko für eine Rezession bei mittlerweile fast 60 Prozent und fordert die Politik zum Handeln auf.

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          In Deutschland stehen die Zeichen auf Rezession. Die Konjunkturampel springt im Herbst auf „rot“ und zeigt damit akute Rezessionsgefahr an, wie die Forscher des gewerkschaftsnahen Instituts IMK der am Donnerstag mitteilten. Für den Zeitraum von September bis Ende November weist das Frühwarnsystem des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) ein Risiko für eine schrumpfende Wirtschaft von 59,4 Prozent auf – nach 43 Prozent im August. Das ist der höchste Wert seit dem Winterhalbjahr 2012/2013, als die Konjunktur während der Hochphase der Euro-Krise eine technische Rezession durchlief – also zwei Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung.

          „Die bisherige Hoffnung, dass die gute Inlandsnachfrage Deutschland vor der Rezession retten kann, schwindet zunehmend“, sagte der wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien. Nun sei die Wirtschaftspolitik gefragt, um einer Rezession gegenzusteuern oder zumindest ihre Effekte abzumildern. Zudem erhöhe sich der Druck auf die Europäische Zentralbank, die Geldpolitik weiter zu lockern. Für Donnerstagnachmittag werden die geldpolitischen Beschlüsse der EZB erwartet.

          Der starke Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit basiert nach Analyse des IMK auf einer breiten Palette von Frühindikatoren. Darunter sind rückläufige Zahlen für die Produktion und für die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe, weniger offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt und eine gedrückte Stimmung in der Wirtschaft. Entscheidend für die Eintrübung des Indikators sind laut IMK die beträchtlichen außenwirtschaftlichen Risiken, also ein harter Brexit, die amerikanischen Handelskonflikte und geopolitische Spannungen. Hinzu kämen strukturelle Schwächen deutscher Schlüsselindustrien wie der Automobilindustrie. 

          Die Inflation in Deutschland hat sich im August wie erwartet deutlich abgeschwächt. Das allgemeine Preisniveau erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit bestätigte die Behörde wie von Analysten erwartet eine erste Erhebung. Im Juli hatte die Inflationsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen.

          Im Vergleich zum Vormonat fielen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Auch hier wurde eine erste Schätzung wie erwartet bestätigt. Bei der für europäische Vergleichszwecke harmonisierten Preisentwicklung (HVPI) meldete das Bundesamt für August einen Anstieg um 1,0 Prozent im Jahresvergleich und einen Rückgang um 0,1 Prozent im Monatsvergleich. Auch hier wurden die vorläufigen Ergebnisse bestätigt.

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