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Neuer Gesprächsversuch : Tsipras’ Stellvertreter reist mit Delegation nach Brüssel

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Das Porträt von Griechenlands Premier Tsipras prangt auf einer großen Flagge, die Demonstranten am Donnerstag am Ende ihrer Besetzung des Finanzministeriums in Athen wieder einpacken. Bild: AFP

Griechenland macht einen neuen Versuch, um auf seine Gläubiger zuzugehen. Am Samstag will Athen in Brüssel neue Vorschläge präsentieren. Vize-Regierungschef Dragasakis wird die Delegation anführen, die EU-Vertreter aber nur zum Informationsaustausch treffen wollen.

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          Im festgefahrenen Schuldenstreit mit seinen Geldgebern will das klamme Griechenland die Gespräche wieder aufnehmen und Gegenvorschläge vorlegen. Die Regierung in Athen sei bereit, die Differenzen mit den Gläubigern zu überbrücken, sagte ein Regierungsvertreter am Freitag. Für Samstagmorgen seien dazu erneut Verhandlungen in Brüssel vorgesehen, zu denen eine hochrangige Delegation aus Athen anreisen soll.

          Der stellvertretende Ministerpräsident Giannis Dragasakis werde die Gruppe von Regierungsvertretern anführen, wie die griechische Zeitung „Kathimerini“ auf ihrer englischsprachigen Webseite berichtet. Mit ihm reisen sollen demnach Staatsminister Nikos Pappas und der stellvertretende Außenminister Euclid Tsakalotos, den Ministerpräsident Anfang Mai mit der Koordination der Gläubigerverhandlungen betraut hatte.

          Athen: „Näher an einer Einigung als je zuvor“

          Die griechische Regierung sei der Auffassung, dass man näher an einer Einigung sind als je zuvor. Beim Primärüberschuss-Ziel lägen die Vorschläge nur 0,25 Prozentpunkte auseinander. Europa müsse „politischen Willen“ zeigen. Es sei „unvorstellbar“, dass Europa wegen „solch einer geringen Abweichung“ gespalten werde. Ministerpräsident Alexis Tsipras habe mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker telefoniert und die nächsten Schritte der Verhandlungen erörtert.

          Allerdings war aus Kommissionskreisen zu hören, dass die für den Samstag geplanten Gespräche lediglich als Informationsaustausch und nicht als Verhandlungen eingestuft würden, so der Bericht von „Kathimerini“. Verhandelt werden könne nur, wenn die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds mit am Tisch säßen. Doch dafür gibt es bislang keine Bestätigung.

          Alle Reformvorschläge aus Griechenland wurden von den Gläubigern bislang als unzureichend zurückgewiesen. Gibt es keine Einigung, droht die Staatspleite. Eine letzte Möglichkeit soll nach Angaben von EU-Vertretern die Sitzung der Euro-Finanzminister am 18. Juni in Luxemburg sein. Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen im Schuldenstreit haben die Euro-Staaten erstmals auch in formeller Runde über die Auswirkungen einer möglichen Pleite Griechenlands diskutiert.

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