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Nach dramatischem Einbruch : Exporte legen wieder leicht zu

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Die Exporte trifft die Corona-Krise massiv: Schiffe im Containerhafen in Duisburg Bild: dpa

Im Mai konnten die deutschen Ausfuhren im Vergleich zum April um rund 9 Prozent zulegen. Doch von alten Niveaus sind die Exporte noch weit entfernt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat prangt ein dickes Minus von rund 30 Prozent.

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          Der deutsche Außenhandel hat sich im Mai etwas von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vormonat um 9,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Importe erhöhten sich gegenüber April um 3,5 Prozent. Die Verbesserungen blieben aber hinter den Erwartungen der Experten zurück. Analysten hatten im Schnitt mit 14,0 Prozent mehr Ausfuhren und 12,4 Prozent mehr Einfuhren gerechnet.

          Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Rückgänge mit 29,7 Prozent (Exporte) und 21,7 Prozent (Importe) nach wie vor sehr hoch. Das zeigt, wie stark der Außenhandel in Deutschland weiter unter der Corona-Krise leidet. Besonders stark sanken die Ausfuhren nach Großbritannien und in die Vereinigten Staaten. Die Exporte nach China gingen moderater zurück.

          Ein ähnlich drastisches Bild ergibt der Vergleich mit dem Vorkrisenniveau: Gegenüber Februar liegen die Ausfuhren insgesamt 26,8 Prozent niedriger, die Einfuhren sanken seither um 18,2 Prozent. Im Februar waren die starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens, mit denen die Corona-Pandemie eingedämmt werden sollte, in Deutschland noch nicht in Kraft.

          Bankökonomen interpretierten die Entwicklung zweischneidig. In der kurzfristigen Betrachtungen wurde der Zuwachs der Ein- und Ausfuhren begrüßt, die längere Betrachtung fiel jedoch pessimistischer aus. Zwar habe der Außenhandel das „Tal der Tränen durchschritten“, erklärte Jörg Zeuner, Chefökonom von Union Investment. Verglichen mit dem Vorjahr sei der Handel aber noch sehr schwach.

          „Eine schnelle Erholung wird es nicht geben, da nicht alle wichtigen Wirtschaftsregionen gleichzeitig und gleich stark aus der Corona-Krise herauskommen“, erwartet Zeuner. Ähnlich argumentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Zwar zeigten die Daten, dass die internationale Produktion wieder anlaufe. „Das Zahlenwerk macht nach den epochalen Abstürzen der Vormonate aber deutlich, dass es noch ein langer Weg zurück zum Normalzustand ist.“

          Der traditionell hohe Exportüberschuss Deutschlands fällt gegenwärtig deutlich niedriger aus. Im Mai betrug er den Angaben zufolge 7,1 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte er mit 20,7 Milliarden Euro fast dreimal so hoch gelegen.

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