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Mini-Zinsen : Bund sparte fast 100 Milliarden Euro an Zinskosten

  • Aktualisiert am

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann sich über die niedrigen Zinskosten freuen. Bild: AFP

Die Zinsen in Europa sind nahe Null. Das spart dem Bund viel Geld: Seit 2008 musste die Bundesregierung für ihre Staatsschulden viel weniger Zins zahlen als erwartet.

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          Der Bund hat in Folge der Finanzkrise zwischen 2008 und 2014 rund 94 Milliarden Euro Zinskosten eingespart. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Tageszeitung „Die Welt“ vorliegt. Die Summe ergibt sich demnach aus der Differenz zwischen den ursprünglichen Annahmen im Zuge der mittelfristigen Finanzplanung und den tatsächlichen Zinskosten, die zuletzt stets niedriger als veranschlagt waren.

          Nach Ausbruch der Finanzkrise hatte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen auf fast null Prozent gesenkt. Zudem gelten in der Staatsschuldenkrise deutsche Schuldpapiere als sicherer Hafen, wodurch der Bund ebenfalls weniger Zinsen zahlen muss. So ist dem Bericht zufolge schon jetzt klar, dass der Bund auch dieses Jahr gegenüber den Planungen aus dem Vorjahr 2,1 Milliarden Euro weniger für Zinsen aufwenden muss.

          „Die Einsparungen machen deutlich: Die gute Situation im Bundeshaushalt ist vor allem das Ergebnis glücklicher Umstände und nicht etwa von guter Arbeit“, meinte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Sven-Christian Kindler. „Die EZB und nicht die Bundesregierung ist hauptverantwortlich für die Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung“, sagte er der Zeitung. Deutschland sei milliardenschwerer Krisengewinner.

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