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Prognose von Ökonomen : Materialmangel kostet gut 1 Prozent Wirtschaftswachstum

  • Aktualisiert am

VW-Mitarbeiter in der Gläsernen Manufaktur in Dresden Bild: dpa

Computerchips, Kunststoff, Papier und einiges mehr: Viele Branchen kämpfen mit Materialengpässen. Das bremst die deutsche Wirtschaft deutlich, prognostizieren Wirtschaftsforscher. Besser könnte es im kommenden Jahr aussehen.

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          Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird den führenden Instituten zufolge in diesem Jahr angesichts akuter Materialengpässe eine Nummer kleiner ausfallen als bislang angenommen. Sie rechnen für das laufende Jahr nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 2,4 Prozent, sagten mit den Zahlen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Im Frühjahr waren sie noch von 3,7 Prozent ausgegangen.

          Für 2022 hoben sie zugleich ihre Vorhersage von 3,9 auf 4,8 Prozent an, während sie für 2023 ein Plus von knapp 2 Prozent erwarten. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt wegen der Corona-Krise um 4,6 Prozent eingebrochen.

          Aktuell behindern Engpässe bei Vorprodukten wie Halbleitern die Industrie. Die deutschen Autohersteller können darum deutlich weniger Autos ausliefern. Für viele Modelle gibt es monatelange Wartezeiten.

          Entspannung bei der Inflation?

          Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) hatte seine Prognose für 2021 deshalb kürzlich drastisch reduziert: Die Autoproduktion sinkt demnach voraussichtlich um 18 Prozent auf 2,9 Millionen Fahrzeuge. Eigentlich hatte der VDA ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet. Denn schon 2020 war die Autoproduktion aufgrund der Pandemie um 24,6 Prozent auf 3,5 Millionen Autos gesunken.

          Entspannung erwarten die Ökonomen bei der Inflation. Die Teuerungsrate dürfte wegen höherer Energiepreise in diesem Jahr mit durchschnittlich 3,0 Prozent wohl so hoch ausfallen wie seit 27 Jahren nicht mehr. Im kommenden Jahr soll sie aber auf 2,5 Prozent und 2023 dann sogar merklich unter die Zwei-Prozent-Marke fallen.

          Im September sind die Verbraucherpreise mit 4,1 Prozent so stark gestiegen wie seit 1993 nicht mehr. Dafür sorgten auch eine Reihe von Sondereffekten – etwa das extrem niedrige Ausgangsniveau bei den Rohstoffpreisen, Pandemie- und Lockdown-bedingte Nachholeffekte oder die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung im Kampf gegen die Corona-Krise in der zweiten Jahreshälfte 2020.

          Die Gemeinschaftsdiagnose soll am Donnerstag offiziell vorgestellt werden. Sie dient der Bundesregierung als Basis für ihre eigenen Projektionen, die wiederum die Grundlage für die Steuerschätzung bilden. Erarbeitet wird das Gutachten federführend vom RWI in Essen, vom DIW in Berlin, vom Ifo-Institut in München, vom IfW in Kiel und vom IWH in Halle.

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