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Krauss-Maffei Wegmann : Rüstungsmanager soll Schmiergeld kassiert haben

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Ein ehemaliger Manager des Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann, Olaf E. (l), unterhält sich im Landgericht in München mit seinem Rechtsanwalt Rainer Spatscheck. Bild: dpa

Beim Verkauf deutscher Panzerhaubitzen nach Griechenland 2001 soll Bestechungsgeld geflossen sein. Ein Ex-Manager des Panzerbauers KMW soll sich dabei eine Million Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. Zum Prozessauftakt plauderte er aus dem Nähkästchen.

          Ein ehemaliger Manager des Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) steht wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, versuchten Betrugs und Geldwäsche vor dem Landgericht München. Die Staatsanwaltschaft warf ihm am Montag vor, sich beim Verkauf von Panzerhaubitzen 2001 an Griechenland an Schmiergeldzahlungen beteiligt und bei der Gelegenheit 1,15 Millionen Euro für sich selbst abgezweigt zu haben.

          Der Angeklagte sagte: „Es war bekannt, dass in südosteuropäischen Ländern ohne diese Zahlungen Verträge nicht zustande kommen.“ KMW habe nie selbst „nützliche Aufwendungen“ geleistet. Auslandsgeschäfte liefen aber fast immer über Vertreter und Vermittler vor Ort. Bei Aufträgen über 100 Millionen Euro seien zwei bis drei Prozent Vermittlungs- und Beratungsprovision marktüblich. Einzelheiten habe er von den Partnern vor Ort nicht wissen wollen: „Meine und unsere Haltung war: Lass mich damit in Frieden, das ist deine Angelegenheit.“

          Zum inzwischen verjährten Vorwurf der Bestechung und zur Anklage, gut eine Million Euro selbst eingesteckt zu haben, äußerte sich der ehemalige Vizepräsident für internationales Marketing zum Prozessauftakt nicht. Er sei mit lediglich gut 6000 Euro netto Monatsgehalt unterdurchschnittlich bezahlt worden und habe sich frustriert gefühlt, sagte er. Der 72-Jährige sitzt seit Januar in Untersuchungshaft.

          Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen ehemalige Bundestagsabgeordnete

          Griechenland hatte 2001 von KMW für 188 Millionen Euro 24 Panzerhaubitzen gekauft. Laut Anklage sollen dabei 7,9 Millionen Euro Schmiergeld geflossen sein - auch der damalige griechische Verteidigungsminister soll Geld bekommen haben. Die Bestechung soll über einen griechischen Partner gelaufen und als Beraterhonorar verschleiert worden sein.

          Dem KMW-Konzern legt die Staatsanwaltschaft wegen der Absetzung der Beraterhonorare einen nicht gerechtfertigten Steuervorteil zur Last. Das wäre als Ordnungswidrigkeit strafbar. Allerdings sei nicht nachzuweisen, dass der heutige Aufsichtsratschef Manfred Bode oder die anderen Manager, die die Bilanzen jener Jahre unterzeichnet hatten, von der Bestechung wussten, sagte der Staatsanwalt.

          Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch gegen mehrere andere Verdächtige, darunter auch gegen ehemalige Bundestagsabgeordnete, die sich gute Kontakte zur sozialistischen Partei in Griechenland zunutze gemacht haben sollen. Für den Prozess gegen den Ex-Prokuristen sind bis 3. Dezember neun Sitzungstage terminiert.

          KMW hatte den Ex-Manager 2014 auf Rückzahlung des angeblich eingesteckten Bestechungsgeldes verklagt, die Klage aber zurückgezogen, weil der Mann den Vorwurf vor Gericht mit einer eidesstattlichen Erklärung bestritten hatte. Die Anklage wirft ihm deshalb jetzt auch versuchten Prozessbetrug vor.

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