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Konjunktur : Deutsche Industrieproduktion sinkt überraschend weiter

  • Aktualisiert am

In der Lastwagen-Produktion von MAN. Bild: dpa

Volkswirte hatten damit gerechnet, dass sich die deutsche Industrieproduktion weiter erholt. Von den neuen Zahlen aus dem November sind sie überrascht bis schockiert. Jetzt gehe das Bangen um das Schlussquartal wieder los.

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          In der deutschen Industrie geht der Abschwung weiter. Im Oktober haben die Betriebe ihre Gesamtproduktion abermals zurückgefahren. Die gesamte Herstellung sei im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent gefallen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Analysten wurden von der schwachen Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.

          Schon im Vormonat war die Produktion gesunken. Das Bundesamt meldete für September einen Rückgang um 0,6 Prozent und bestätigte damit vorläufige Ergebnisse. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel die Produktion im Oktober um 5,3 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet.

          Innerhalb des Industriesektors gab es allerdings einige Lichtblicke. So stieg die Produktion von Vorleistungsgütern um 1,0 Prozent und die von Konsumgütern um 0,3 Prozent. Einen deutlichen Dämpfer gab es hingegen bei Investitionsgütern, deren Produktion um 4,4 Prozent schrumpfte.

          Bei der Energieerzeugung wurde für Oktober ein Anstieg im Monatsvergleich gemeldet. In der Bauindustrie gab es hingegen ebenfalls einen Dämpfer. Die deutsche Industrie wird seit längerem durch die schwache Weltwirtschaft und die vielen politischen Risiken belastet. Am Vortag hatten bereits neue Auftragsdaten mit einem Rückgang enttäuscht.

          „Die Industrieproduktion leidet und liegt gewissermaßen auf der Intensivstation“, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. „Vor allem der deutliche Fall der Produktion von Investitionsgütern macht einem fast schon Angst. Das Zahlenwerk zeigt, dass eine Rezession noch nicht abgehakt ist.“ Im vierten Quartal könne das Bruttoinlandsprodukt wieder fallen. Die Auftragseingänge ließen derzeit keine Hoffnung zu, dass es bald besser wird. 

          Von einer „Schockzahl“ sprach Jens-Oliver Niklasch, Volkswirt der Landesbank Baden-Württemberg. „Vor allem der starke Rückgang der Investitionsgüterproduktion um über 4 Prozent zum Vormonat ist ein schlechtes Zeichen.“ Das Zittern um das Wachstum im Schlussquartal sei nun losgegangen. „Im Moment wären wir wohl noch gut bedient, wenn die Wirtschaftsleistung nur stagniert und nicht rückläufig ist“, sagte Niklasch.

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