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Kommentar zur Schuldenkrise : Sparen reicht nicht

Vorbild für Schuldenstaaten: Irland hält am harten Sanierungskurs fest Bild: dapd

Irlands Haushaltsloch ist größer als das in Griechenland oder Italien. Dennoch versinkt Dublin nicht im Chaos. Der harte Sanierungskurs zahlt sich aus. Dennoch könnte Irland bald weitere Hilfen benötigen.

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          Während Griechenland immer mehr im Chaos versinkt und Italien in den Strudel der europäischen Schuldenkrise gerät, weicht Irland nicht von seinem harten Sanierungskurs ab.

          Das hat sich ausgezahlt: Die gesunkenen Risikoprämien auf irische Staatsanleihen zeigen, dass der Finanzmarkt dem kleinen Land deutlich bessere Chancen einräumt als noch im Sommer - und dies, obwohl das Haushaltsloch in Dublin größer ist als in Athen, Lissabon, Rom und Madrid.

          Das kleine Irland ist damit ein ermutigendes Beispiel dafür, dass sich ein frühzeitiges und entschlossenes Sparprogramm auszahlen kann.

          Allerdings zeigt der Fall Irlands zugleich, dass dieses richtige Krisenmanagement der Regierung in Dublin an Grenzen stößt: Die Fieberkurve der irischen Risikoprämien begann sich erst zu senken, nachdem dem Land im Juli ein Nachlass auf die Kosten des Rettungspakets gewährt worden war.

          Gut möglich, dass die Iren noch weitere Hilfen benötigen: Denn sparen allein reicht nicht. Irland braucht Wirtschaftswachstum, um seine Schulden in den Griff zu bekommen. Aber das irische Wachstum fußt ausschließlich auf dem Export, und die Aussichten für die Weltwirtschaft werden trüber.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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