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Eurokrise : Schulden ohne Ende

Spart sich Europa wirklich kaputt, wie manche amerikanische Ökonomen behaupten? Solange die Schuldenberge immer größer werden, kann davon keine Rede sein.

          Viel ist in Europa von Austerität und angeblich eiserner Sparpolitik die Rede. Vor allem amerikanische Ökonomen geißeln die auf solide Staatsfinanzen abzielende Haushaltspolitik als Wachstumshemmnis erster Güte. In Krisenzeiten brauche es staatliche Wachstumsimpulse – koste es, was es wolle. Aber schnallen die Regierungen im Euroraum den Gürtel tatsächlich enger?

          In der Breite kann davon keine Rede sein. Tatsächlich rückt das im Vertrag von Maastricht festgelegte Kriterium, nach dem die öffentlichen Schulden höchstens 60 Prozent der Wirtschaftskraft betragen sollen, in immer weitere Ferne. Mit 9,4 Billionen Euro stehen die 19 Eurostaaten inzwischen in der Kreide, das entspricht 93 Prozent der Wirtschaftskraft. Frankreich hat die Marke von 100 Prozent fast erreicht, Italien nähert sich mit 135 Prozent mehr und mehr griechischen Verhältnissen.

          Wenn Regierungen die Schuldenberge weiter wachsen lassen, anstatt sie behutsam abzubauen, folgt Staatsschuldenkrise auf Staatsschuldenkrise. Die Gefahr wächst dabei ständig: Falls ein Land wie Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft im Wirtschaftsraum, unter der Schuldenlast zusammenbricht, hilft auch kein Rettungsfonds mehr.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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