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Kommentar : Jetzt müssen die Euro-Retter schon betteln

  • -Aktualisiert am

Griechenland lehnt einen neuen Vorschlag zur eigenen Rettung ab. Das zeigt: Inzwischen müssen die Euro-Retter darum betteln, dass sich überschuldete Staaten am Riemen reißen.

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          Kaum kommt ein bedenkenswerter Vorschlag, wie Griechenland selbst zur Rettung aus dem Schuldensumpf beitragen könnte, folgt aus Athen ein kategorisches Nein. Die Privatisierung von Grundstücken, Gebäuden oder gar ganzen Inseln soll nicht in die Hände ausländischer Profis gelegt werden.

          Das zeigt, in welche Falle die „Euro-Retter“ sich längst gebracht haben: Sie müssen darum betteln, dass sich überschuldete Staaten am Riemen reißen - und nicht jene darum, dass ihnen immer weitere Milliarden überwiesen werden.

          In dieselbe Richtung weist das Selbstlob der hellenischen Regierung, sie habe mit ihren Reedern die Zahlung von Steuern „verabredet“. Als wäre es eine Gnade gegenüber den Geberländern, dass nun auch endlich die eigenen Milliardäre ein Scherflein beisteuern müssen.

          Mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat jetzt ein Vizevorsitzender der Bundes-CDU den deutschen Steuerzahlern ein weiteres Tröpfchen reinen Weines eingeschenkt: Die „Kredite“ an Athen könnten abermals verlängert und noch weiter verbilligt werden. Nach der Bundestagswahl droht dann der endgültige Offenbarungseid: ein weiterer Schuldenschnitt - wie auch immer man ihn dann nennen wird.

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