https://www.faz.net/-gqe-8fib8

Kommentar : Griechische Tricks

Die IWF-Chefin Christine Lagarde gilt als sehr diplomatisch. Doch nun lässt sie klar erkennen, dass ihr die griechische Regierung auf die Nerven geht.

          1 Min.

          Christine Lagarde, die gewöhnlich diplomatische Chefin des Internationalen Währungsfonds, gibt ungewöhnlich klar zu erkennen, dass ihr die Verhandlungsmethoden der griechischen Regierung gehörig auf die Nerven gehen. Die Delegation des Währungsfonds, die auf Einladung des Landes immer wieder in Athen weilt, wurde ignoriert, sabotiert und abgehört. Da darf sich schon eine gewisse Verärgerung einstellen.

          Doch auch die anderen Verhandlungspartner, die mit den Griechen über die Bewältigung der Schuldenkrise sprechen, dürfte dieses Gefühl schon einmal beschlichen haben. Griechenland gibt sich der womöglich berechtigten Hoffnung hin, die EU könnte faulen Kompromissen zustimmen, um das Land aus den Schlagzeilen heraus zu bekommen.

          Solange in Athen diese Hoffnung lebt, gibt es dort wenig Anreiz, an einem ernsthaften Reformprogramm zu arbeiten. Dass Lagarde auf einen Schuldennachlass für Griechenland durch die Europäer pocht, erschwert die Verhandlungen zusätzlich. Der Blick auf die Schulden lenkt davon ab, dass Griechenland noch immer kein Programm hat, das Wirtschaft und Staatsfinanzen dauerhaft stabilisiert, selbst wenn man vom Schuldendienst absieht.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Rennen um SPD-Spitze : Das Duell der Ungleichen

          Scholz zieht den Säbel, Geywitz sekundiert: Ihre Gegner, Esken und Walter-Borjans, Lieblingskandidaten der Jusos, sehen im direkten Duell der SPD-Spitzenkandidaten blass aus. Ein Abend im Willy-Brandt-Haus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.