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Kommentar : Eine Billion Dominanz

  • -Aktualisiert am

Die Europäische Zentralbank bescherte den Staatsschuldnern in der Währungsunion eine Zinsersparnis von einer Billion Euro über neun Jahre. Deutsche Sparer zahlen einen üppigen Teil der Rechnung.

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          Die Staatsschulden in den meisten Eurostaaten sind so hoch wie nie. Die Zinsen für den Schuldenberg sind jedoch tiefer als jemals zuvor. Der Europäischen Zentralbank sei Dank, maßgeblich sie bescherte den Staatsschuldnern in der Währungsunion eine Zinsersparnis von einer Billion Euro über neun Jahre.

          Nicht die Bundesbank, sondern die DZ Bank hat ausgerechnet, was die Nullzinspolitik den hiesigen Sparer kostet: 436 Milliarden Euro seit 2010. Deutsche Sparer zahlen also einen üppigen Teil der Rechnung.

          Jeder private Schuldner kann sich ausmalen, was passierte, wenn er für immer höhere Schulden immer tiefere Zinsen zahlen müsste. Folgerichtig ist in der Eurozone der Wille zur Haushaltskonsolidierung fast überall geschwunden.

          Die Mahnung der EZB, die Staaten mögen es mit dem Schuldenmachen bitte nicht übertreiben, wird so ernst genommen wie der Warnhinweis auf der Zigarettenschachtel vom Raucher. Solange die Schuldensünder wissen, dass ihnen die EZB oder andere beispringen, geht das böse Spiel weiter.

          Eine Umkehr aus dieser geldpolitischen Sackgasse verlangt Rückgrat. Doch warum soll der EZB-Rat gegen die Dominanz der Fiskalpolitiker aufbegehren?

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