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Klaus Regling : Der uneitle Euro-Krisenmanager

  • -Aktualisiert am

Lieber hinter den Kulissen: Klaus Regling vor der EFSF-Zentrale in Luxemburg Bild: Frank Röth

Der Rettungsfonds EFSF bekommt mehr Macht und kann künftig vorbeugend Ländern Geld bereitstellen. Sarkozy sieht den Rettungsschirm auf dem Weg zum „Europäischen Währungsfonds“. EFSF-Chef Regling bleibt gelassen.

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          Er könnte sich als einer der Gewinner des Brüsseler Gipfeltreffens empfinden. Schließlich erhält der von Klaus Regling seit Juli 2010 geleitete Euro-Rettungsfonds erweiterte Zuständigkeiten. Die als „Europäische Finanzstabilisierungsfazilität“ (EFSF) bezeichnete Einrichtung soll Anleihen angeschlagener Euro-Staaten auf dem sogenannten Sekundärmarkt aufkaufen und vorbeugend Darlehenslinien für Sorgenkinder der Währungsunion gewähren können.

          Der gebürtige Lübecker Regling ist zu uneitel, als dass es ihn danach drängte, knifflige Verhandlungsprozesse und ihre Ergebnisse im Lichte der eigenen Außenwirkung darzustellen. So wichtig die EFSF bei Griechenland-Hilfe und Euro-Rettung auch sein wird - der 60 Jahre alte Finanzfachmann weiß, dass in Brüssel nur eine Zwischenetappe erreicht wurde. Am Vorabend des Gipfeltreffens hat er gesagt: „Wundermittel gibt es nicht.“ Engagiert, aber ohne Gefühlsduselei wirbt Regling dafür, dass sich die akuten Probleme Griechenlands, Irlands und Portugals nur gemeinsam durch alle EU-Partner lösen lassen.

          Regling zieht es vor, hinter den Kulissen zu wirken. Das war schon so, als er als Volkswirt zum - jetzt beim Euro-Krisenmanagement ebenfalls maßgeblichen - Internationalen Währungsfonds (IWF) ging. Und es war vor allem so, nachdem ihn Anfang der neunziger Jahre der damalige Staatssekretär und spätere Bundespräsident Köhler in das Bundesfinanzministerium gelockt hatte. Dort wurde er einer der engsten Mitarbeiter des Amtsinhabers Waigel und half als Wegbereiter der Währungsunion und des dazugehörigen Stabilitäts- und Wachstumspakts.

          Ein klassischer Beamter ist Regling nie gewesen. Als Oskar Lafontaine Ende 1998 nach dem rotgrünen Wahlsieg das Ministerium durcheinanderwirbelte, packte der parteilose Regling, Sohn eines früheren SPD-Bundestagsabgeordneten, die Koffer und zog zum Finanzplatz London. Einer seiner damaligen Geschäftspartner war der der jetzt zum Stellvertreter der IWF-Chefin Christine Lagarde ernannte Amerikaner David Lipton. Dies könnte sich ebenso auszahlen wie die Kontakte, die Regling während eines einjährigen Aufenthalts in Singapur zu asiatischen Finanzinvestoren geknüpft hat. Vielleicht ist es kein Zufall, dass asiatische Investoren bei den von der EFSF herausgegebenen Anleihen jeweils rund 40 Prozent der Anteile gezeichnet haben.

          Dass sich Regling 2008 nach sieben Jahren als Leiter der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Kommission für Singapur entschied, mag als Symptom eines für Beamten untypischen Drangs nach Veränderung gelten. Es hat aber eher damit zu tun, dass das in der Behörde 1999 eingeführte Rotationsprinzip Regling auf ein für ihn ebenso fremdes wie ungeliebtes Arbeitsfeld geführt hätte. Treu geblieben ist er sich hingegen bei seiner Vorliebe für die Oper sowie für gutes Essen mit dazugehörigen edlen Tropfen Rotwein. Dass Regling sich in seiner Jugend als Turniertänzer versucht hat, könnte sich auf dem nicht immer stabilen Parkett der Euro-Rettung noch als nützlich erweisen.

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