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Kein Hilfspaket : Wie Slowenien seine maroden Banken retten will

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Bekommt Geld vom slowenischen Staat: die angeschlagene Bank NLB Bild: AFP

Flüchtet Slowenien unter den Euro-Rettungsschirm? Seit Monaten wird darüber spekuliert. Jetzt ist klar: Das Land kann seine Probleme zunächst selbst lösen. Und hat nun Details dazu bekanntgegeben.

          Seit Monaten gilt Slowenien wegen seines maroden Bankensektors als möglicher Kandidat für eine Flucht unter den Euro-Rettungsschirm. Nun ist klar: Das Land braucht doch kein Hilfspaket; gleichwohl benötigen die acht angeschlagenen Banken des Eurolandes knapp 4,8 Milliarden Euro zusätzliches Kapital. Das habe der von der EU verlangte Stresstest für die acht größten Geldhäuser ergeben, teilte Zentralbankgouverneur Bostjan Jazbec am Donnerstag in Ljubljana mit.

          Slowenien will dieses Problem aber selbst lösen und hat dazu auch schon Details bekanntgegeben: Die drei größten Banken - NLB, NKBM und Abanka Vipa - werden vom slowenischen Staat rund drei Milliarden Euro frisches Kapital erhalten, wie Finanzminister Uros Cufer sagte. Die drei Geldhäuser erhalten das frische Geld in Form von Barmittel und Staatsanleihen. Die anderen fünf Institute sollten bis zum Jahresende rekapitalisiert werden, kündigten Jazbec und Cufer an.

          Faule Kredite sollen zu einer neu gegründeten Bad Bank verschoben werden, sobald die EU-Kommission ihre Zustimmung gegeben habe. Alle Spekulationen über eventuelle ausländische Hilfen seien haltlos, sagten Jazbec und Cufer weiter.

          Dass der einstige Musterschüler aus Osteuropa ohne Hilfe aus Brüssel auskommen wird, bestätigte auch EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn. „Heute ist klar geworden, dass Slowenien bei der Sanierung seines Bankensektors ohne Hilfe der europäischen Partner fortfahren kann“, sagte Rehn. „Das sind gute Nachrichten.“ Der Stresstest sei glaubwürdig und habe belastbare Ergebnisse geliefert.

          Der EU-Kommissar erinnerte die Regierung aber auch daran, dass sie nicht nur die Finanzbranche, sondern die gesamte Wirtschaft umbauen muss. Nach den Worten des slowenischen Wirtschaftsministers wird die Staatsverschuldung durch die Bankenrettung auf 75,6 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen.

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