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Weltkonjunktur : IWF senkt Prognose für Wachstum leicht

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Portalkräne bewegen Container auf Transporter in einem Hafen in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. Bild: dpa

Der Internationale Währungsfonds erwartet für dieses Jahr ein Wachstum der Weltwirtschaft um 5,9 Prozent. Hinter der geringen Anpassung der Prognose verbergen sich für einige Länder deutliche Rückgänge.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr marginal um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent gesenkt. Für 2022 rechnet der IWF wie in der vorigen Prognose vom Juli weiter mit einem Wachstum von 4,9 Prozent, wie die Organisation am Dienstag erklärte.

          Hinter der geringen Veränderung der globalen Wachstumsprognose verbergen sich jedoch für einige Länder deutliche Herabstufungen, wie Chefvolkswirtin Gita Gopinath erklärte. „Der Ausblick für die ärmeren Entwicklungsländer hat sich deutlich verdunkelt“, schrieb Gopinath mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Auch die kurzfristigen Aussichten der Industrieländer hätten sich unter anderem wegen Problemen mit globalen Lieferketten verschlechtert. Die Herabstufungen würden teils von besseren Wachstumsaussichten der Rohstoffexporteure wettgemacht, die von höheren Preisen profitierten.

          Für Deutschland korrigierte der IWF seine Prognose für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte nach unten: Das Bruttoinlandsprodukt soll 2021 um 3,1 Prozent wachsen. Für 2022 rechnet der IWF dafür mit einem starken Wachstum von 4,6 Prozent. Die Prognose für die Eurozone hob der IWF für 2021 um 0,4 Prozentpunkte auf 5 Prozent an – teils getragen von einem stärkeren erwarteten Wachstum in Italien und Frankreich.

          Geldpolitik auf schmalem Grat

          Die Wachstumsprognose für die USA, die weltgrößte Volkswirtschaft, senkte der IWF für dieses Jahr um einen Prozentpunkt auf 6 Prozent, für 2022 hob er sie geringfügig auf 5,2 Prozent an.

          Der IWF rechnet für Mitte nächsten Jahres mit einer Normalisierung der zuletzt stark gestiegenen Inflationsrate. Die hohe Teuerungsrate sei im Wesentlichen auf vorübergehende Faktoren wie die Erholung nach der Corona-Krise, den Mangel an bestimmten Produkten wie Mikrochips und Probleme mit globalen Lieferketten zurückzuführen, erklärte der IWF am Dienstag. Auch höhere Energiepreise spielten eine Rolle. Bis Mitte 2022 werde die Inflationsrate für den Großteil der Welt aber „wahrscheinlich“ wieder auf den Wert von vor der Pandemie fallen.

          Die Zentralbanken müssten sich bei ihrer Geldpolitik daher bis auf Weiteres auf „einem schmalen Grat bewegen“. Sie müssten die Gefahr der Inflation und finanzielle Risiken gegen eine Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung abwägen, erklärte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath. „Zentralbanken sollten vorbereitet sein, rasch zu handeln, falls die Gefahren einer steigenden Inflationserwartung in dieser beispiellosen Erholung konkreter werden“, schrieb Gopinath.

          Der IWF erwartet seiner neuen Wirtschaftsprognose zufolge für die Industrieländer in diesem Jahr eine Inflationsrate von 2,8 Prozent und 2,3 Prozent im nächsten Jahr. Bei der vorigen Prognose vom Juli rechnete der IWF noch mit 2,4 Prozent und 2,1 Prozent.

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