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Italien-Kommentar : Schädliches Gerede

Di Maio und Salvini verunsichern mit ihrem Gerede die Märkte. Bild: EPA

Mit Populismus, Elitenkritik und Nationalismus lassen sich wirtschaftliche Zusammenhänge nicht einfach außer Kraft setzen. Das scheint die italienische Regierung nicht zu verstehen.

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          Die italienischen Vize-Premierminister Matteo Salvini und Luigi di Maio überbieten sich im Wettstreit um die Gunst des heimisches Publikums in ihrer verbalen Geringschätzung europäischer Institutionen und deren Vertreter. Was sie vergessen, ist keine Kleinigkeit: Weder mit verbaler Kraftmeierei noch mit Elitenkritik, Populismus oder Nationalismus lassen sich wirtschaftliche Zusammenhänge außer Kraft setzen.

          Italien ist ein hochverschuldetes Land, das Käufer für seine Staatsanleihen braucht. In den vergangenen Jahren war die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Kaufprogramm nahezu der einzige wichtige Erwerber solcher Papiere. Große ausländische Investoren ebenso wie viele italienische Anleger haben ihre Bestände verringert. Die EZB hat jedoch ihre Nettokäufe deutlich reduziert und dürfte sie zum Jahresende einstellen. Danach wird sie nur noch fällig werdende Anleihen ersetzen.

          Um die Nachhaltigkeit der Staatsverschuldung zu sichern, würden verantwortungsvolle Politiker um internationales Vertrauen werben, das neue Käufer anlockt. Salvini und di Maio tun das Gegenteil: Je lauter sie tönen, umso stärker steigen die Renditen italienischer Staatsanleihen.

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