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Schuldenkrise : Italien droht ein Milliardenverlust aus Finanzderivaten

  • Aktualisiert am

Die Statue eines Diskuswerfers in Rom. Bild: dapd

Um seine Schuldenlast zu senken, hat Italien einige Zahlungen mit Finanzgeschäften in die Zukunft geschoben. Das könnte jetzt weitere acht Milliarden Euro kosten.

          Der italienischen Staatskasse droht ein Milliardenverlust aus Finanzderivaten. Auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise habe das Land im ersten Halbjahr 2012 Verträge abgeschlossen, mit denen es seine Zahlungen an ausländische Banken strecken konnte - allerdings zu höheren Kosten, wie die britische Financial Times und die italienische La Repubblica berichten.

          Es ist offenbar ein Finanzmanöver, wie Italien - und Griechenland - es schon vor dem Eurobeitritt unternommen haben. Mittels Finanzgeschäfte, sogenannter „Swaps“, werden Zahlungen in die Zukunft verschoben, ohne zu den Staatsschulden gezählt zu werden.

          Jetzt hat ein Bericht des italienischen Finanzministeriums ähnliche Finanzgeschäfte aufgelistet, die im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt der Finanzkrise getätigt wurden. Offenbar wurden die Geschäfte nicht neu geschlossen, sondern dienten dazu, ältere Verträge aus der Zeit vor dem Eurobeitritt abzulösen.

          Die Geschäfte haben laut „Financial Times“ ein Volumen von 31,7 Milliarden Euro, acht Milliarden davon könnten dem Land jetzt verloren gehen. Offenbar wissen nur wenige Regierungsmitglieder über das ganze Ausmaß der Transaktionen Bescheid - allerdings war der heutige EZB-Chef Mario Draghi in den 90ern Generaldirektor des italienischen Finanzministeriums.

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