https://www.faz.net/-gqu-73xxg

„No Monti Day“ : Italiener demonstrieren gegen Sparmaßnahmen

  • Aktualisiert am

„No Monti Day“ hieß die Demonstration in Rom. Bild: dpa

Italien stöhnt unter den Sparzwängen und Kürzungen, die Premier Mario Monti dem Land auferlegt hat. Er will es aus der Schuldenkrise bringen. Doch die Gegner seines strikten Sparkurses sammeln sich.

          1 Min.

          Zehntausende Gegner des italienischen Regierungschefs Mario Monti haben am Samstag in einer nationalen Protestkundgebung in Rom gegen seinen harten Spar- und Reformkurs demonstriert. Unter dem Motto „Vereint mit einem rebellierenden Europa - jagen wir die Regierung Monti davon“ wandten sie sich gegen die Politik des früheren EU-Kommissars.

          Monti hatte dem Land Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen und eine Renten- und Arbeitsmarktreform verordnet. Am Rande der Großdemonstration kam es zu einigen Ausschreitungen.

          Ausschreitungen am Rand der Demonstration

          Linke Gewerkschafter, Lehrer und Studenten sowie andere Aktivisten, regierungsunabhängige Organisationen und Kommunisten mit roten Fahnen hatten zum „No-Monti-Day“ in der Hauptstadt aufgerufen. Sie wandten sich „gegen das europäische Diktat und die Finanzierung der Banken“. Die Organisatoren sprachen von 100.000 Teilnehmern.

          Am Rande der Großkundgebung bewarfen einige teils vermummte Demonstranten Bankfilialen mit Eiern und Flaschen, sprühten „Bankrott“ an die Wände und stürzten Glascontainer um. Andere blockierten eine Umgehungsstraße und warfen mit Knallkörpern. Etliche Geschäfte an der Strecke hatten aus Angst vor Gewalt geschlossen.

          Im Gegensatz zu Protesten in Spanien und Griechenland waren Anti-Spar-Kundgebungen in Italien bisher nicht in Gewalt ausgeartet. Die römische Polizei hatte sich jedoch darauf vorbereitet, dass diesmal auch gewaltbereite Autonome anreisen könnten. Für den Zug der Zehntausenden vom Repubblica-Platz zu der Piazza San Giovanni waren deshalb sehr starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.

          Vor einem Jahr hatte es bei einer nationalen Kundgebung gegen den damaligen Regierungschef Silvio Berlusconi in Rom schwere Auseinandersetzungen Hunderter Demonstranten mit der Polizei gegeben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wie lange noch? Noch steht Armin Laschet im Schatten von Angela Merkel.

          Allensbach-Umfrage : Kanzlerpartei im Ungewissen

          Das Meinungsklima für die Union ist aktuell nicht schlecht. Das liegt aber immer noch vor allem an der Kanzlerin. Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet muss sich erst noch profilieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.