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Italien : Palazzo sucht Eigentümer

  • -Aktualisiert am

Steht zum Verkauf: das Castello Orsini in Mittelitalien Bild: Archiv

Das krisengebeutelte Italien verscherbelt seine Schlösser. Durch den Verkauf erhofft sich die öffentliche Hand Milliarden-Einnahmen. Doch ein Ansturm auf die hochkarätigen Immobilien ist unwahrscheinlich. Investoren fürchten die Renovierungskosten.

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          Das Castello Orsini im italienischen Soriano nel Cimino ist ein Schmuckstück: Das mittelalterliche Schloss mit den trutzigen Mauern lässt Besucher vom Dolce Vita als Burgherr träumen. Romantisch liegt es auf einem Hügel an den Hängen der Monti Cimini in Mittelitalien und ist dennoch bloß eine Autostunde von Rom entfernt. Jetzt steht es zum Verkauf. Genauso wie etwa 350 weitere Immobilien der öffentlichen Hand, für die der Staat nach Plänen von Regierungschef Mario Monti Besitzer sucht, wie das „Wall Street Journal“ berichtet.

          In Zeiten der Not gehen die Italiener an ihr üppiges kulturelles Erbe: staatliche Schlösser, Paläste und andere historische Gebäude. In ihnen schlummern Milliardenwerte. Die italienische Regierung, Kommunen und öffentliche Agenturen wollen überflüssige oder wenig genutzte Immobilien versilbern.

          Durch den jetzigen Verkauf der Immobilien erhofft sich die öffentliche Hand Einnahmen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Neben dem prächtigen Castello Orsini stehen beispielsweise auch Kasernengebäude in Bologna zum Verkauf. Die Stadt Venedig wäre bereit, sich für 19 Millionen Euro vom Palazzo Diedo zu trennen. Wer dagegen festen Boden unter den Füßen bevorzugt, kann sich auch im Palazzo Bolis Gualdo in Mailand herrschaftlich einrichten. Vorausgesetzt er bringt 31 Millionen Euro mit. Insgesamt sollen ungenutzte Immobilien, die von staatlichen Agenturen verwaltet werden, 42 Milliarden Euro wert sein. Ein Ansturm auf die hochkarätigen Immobilien ist aber unwahrscheinlich. Investoren fürchten Renovierungskosten ebenso wie die staatliche Bürokratie. Ganz aus der Hand wollen die Italiener ihr kulturelles Erbe nämlich nicht geben: In einigen Fällen bleibt der Staat über Fonds Miteigentümer. Ganz nach Gutsherrenart lässt sich auf dem Schloss also nicht walten.

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