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Skandal-Telefonate : Irische Banker empören Politiker

Pleitebank - mittlerweile werden die Überreste der Anglo-Irish-Bank abgewickelt. Bild: AFP

Die gerade öffentlich gewordenen Skandal-Telefonate irischer Banker haben Folgen: Irlands Regierungschef will eine Untersuchungskommission einsetzen und die ganze Wahrheit ans Licht bringen.

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          Die nun bekannt gewordenen skandalösen Telefongespräche der gescheiterten Anglo Irish Bank-Manager haben in der Politik in Irland wie in Deutschland für Empörung gesorgt. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs bezeichnete es als beleidigend und unerträglich, wie sich die irischen Banker in der Krise über deutsche Einleger mokiert hatten. Fuchs nannte es nach Angaben des irischen Senders RTE „eine wirklich gefährliche Sprache“, da deutsche Steuerzahler überzeugt werden müssten, angeschlagenen europäischen Staaten zu helfen.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die irische Regierung will eine parlamentarische Untersuchungskommission einrichten. Die Wahrheit müsse ans Licht kommen, sagte Premierminister Enda Kenny. In den nun aufgetauchten Gesprächen zwischen Spitzenmanagern der Anglo Irish Bank auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Herbst 2008 machen diese Witze darüber, wie sie den wahren Finanzbedarf der taumelnden Bank vor der Aufsicht herunterspielten und mit erfundenen Zahlen um einen Notkredit gebeten hätten.

          Die Anglo Irish Bank war der größte Problemherd in der irischen Bankenkrise. Das damals zweitgrößte Kreditinstitut wurde Anfang des Jahres 2009 verstaatlicht und hat seither mehr als 30 Milliarden Euro an staatlichen Kapitalspritzen erhalten. Der Finanzkonzern wird mittlerweile abgewickelt.

          Die früheren Spitzenmanager wurden bisher allerdings nicht bestraft. Bankchef David Drumm, der im Dezember 2008 zurücktrat, ist in die Vereinigten Staaten ausgewandert und hat sich bisher geweigert, zur Aufklärung des Anglo-Skandals beizutragen. Kapitalmarktchef John Bowe hat sich mit einem Beratungsunternehmen selbständig gemacht. Lediglich der frühere Verwaltungsratschef Sean Fitzpatrick muss sich voraussichtlich im kommenden Jahr vor Gericht verantworten.

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