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Schuldenkrise : Irland will 15 Jahre mehr Zeit für Tilgung der Hilfskredite

  • Aktualisiert am

Irlands Finanzminister Michael Noonan Bild: dpa

Irland gilt eigentlich als Musterschüler unter den Euro-Krisenländern. Dank früher Reformen hat das Land verlorenes Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewonnen. Dennoch dringt das Land nun auf eine Verlängerung der Hilfskredite.

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          Das vom Euro-Rettungsschirm vor dem Staatsbankrott gerettete Irland dringt auf eine Verlängerung seiner Hilfskredite. Vor einem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel sagte der irische Ressortchef Michael Noonan, das Land wolle die Kredite im Schnitt um 15 Jahre verlängern. Er räumte aber ein, dass dies wahrscheinlich nicht gelingen werde. Außerdem stehe eine Entscheidung über die Verlängerung der Laufzeiten der Kredite an Irland und Portugal noch nicht an, sagte Noonan.

          Irland soll nach harten Reformen in diesem Jahr an den freien Kapitalmarkt zurückkehren, Portugal im kommenden Jahr. Zurzeit diskutiert die Euro-Gruppe Wege, wie beiden Ländern dieser Schritt durch Fristverlängerungen für die Rückzahlung der Hilfs-Kredite erleichtert werden könnte. Irland wird mit internationalen Finanzhilfen von insgesamt 67,5 Milliarden Euro gestützt, Portugal mit 79,5 Milliarden Euro.

          Der IWF und die EU-Kommission haben Irland in den vergangenen zwei Jahren immer wieder gute Forschritte in der Bewältigung seiner Schuldenkrise attestiert. Aber trotz aller Fortschritte zählen Haushaltsdefizit und Schuldenstand des irischen Staates noch immer zu den höchsten im Euroraum. Hauptgrund dafür sind die enormen Kosten für die Rettung der irischen Banken. Das kleine Land hat für die Stabilisierung seines maroden Finanzsektors bisher Kapitalspritzen von 62 Milliarden Euro bereitgestellt. 

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