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Internationaler Währungsfonds : Lagarde sieht Portugal als Vorbild

Neu im Amt: Christine Lagarde muss nach dem Skandal um Dominique Strauss-Kahn unangemessenes Verhalten vermeiden Bild: REUTERS

Auf ihrer ersten Pressekonferenz verspricht die Französin Christine Lagarde einen offeneren Führungsstil. Als erste Amtshandlung fordert die neue IWF-Chefin Griechenland auf, sich an Irland und Portugal zu orientieren.

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          Die neue Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat Griechenland aufgefordert, sich ein Beispiel an Irland und Portugal zu nehmen. "Ich hoffe, dass alle politischen Parteien in Griechenland sich von den mutigen Entscheidungen inspirieren lassen, die die politischen Parteien in Irland und Portugal getroffen haben", sagte Lagarde auf ihrer ersten Pressekonferenz in der neuen Aufgabe. Vor einer Sitzung des Exekutivdirektoriums des IWF am Freitag, bei dem über die Auszahlung der nächsten Tranche für das Land beschlossen wird, enthielt sie sich weiterer Kommentare zur Lage in Athen. Sie wies aber darauf hin, dass die Schuldenprobleme nicht nur Europa drückten.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die neue IWF-Chefin deutete an, dass für die Entwicklungsländer der Posten eines stellvertretenden geschäftsführenden Direktors geschaffen werden könnte. "Das ist eine gute Idee", sagte Lagarde. Sie werde darüber mit dem Exekutivdirektorium beraten. Schon vor ihrer Wahl war spekuliert worden, dass der IWF-Berater Zhou Min zum Vizedirektor befördert werde, um damit den Unmut der Schwellenländer darüber zu dämpfen, dass mit der Europäerin die alte Arbeitsteilung an der Spitze des Fonds aufrechterhalten bleibt.

          Unangemessenes Verhalten vermeiden

          Lagarde erhält nach dem vom IWF veröffentlichten Vertrag ein steuerfreies Grundeinkommen von 467.940 Dollar im Jahr. Hinzu kommt eine ebenfalls steuerfreie Zulage von 83.760 Dollar im Jahr, damit sie einen der Stellung angemessenen Lebensstil pflegen kann. Das Gehalt entspricht dem Salär ihres Vorgängers, Dominique Strauss-Kahn. Lagardes Einkommen wird jährlich an die Inflationsentwicklung im Großraum Washington-Baltimore angepasst. Gerade erst hatte der Fonds eine solche Inflationsindexierung von Löhnen im Falle Spaniens weiter gerügt. Lagarde, die am Dienstag die Stelle angetreten hatte, versprach, dass ihr Managementstil offener sein werde als der ihres Vorgängers Dominique Strauss-Kahns. Sie werde mehr Aufgaben delegieren und in Teams arbeiten, erklärte die Französin.

          Sie verpflichtet sich in ihrem Vertrag auf strengere und detailliertere ethische Verhaltensregeln als noch Strauss-Kahn. Die Französin muss jeden Anschein eines unangemessenen Verhaltens vermeiden und hat sich zur Integrität, Unabhängigkeit und Diskretion verpflichtet. Ihr sind ferner politische Tätigkeiten in einer Partei verboten. Sie darf aber einer Partei angehören und Kandidaten durch Spenden unterstützen. In vielen Einzelheiten spiegelt der Vertrag das Unbehagen im Exekutivdirektorium wider, das angesichts der politischen Tätigkeit und des Lebenswandels von Strauss-Kahn herrschte. Der Franzose war im Mai wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung in New York festgenommen worden.

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