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Verbraucherpreise : Inflation in Eurozone sinkt auf 0,5 Prozent

  • Aktualisiert am

Nahrungsmittel im Euroraum werden günstiger. Bild: dpa

Die Inflation im Euroraum entfernt sich deutlich von dem Zielwert der Europäischen Zentralbank: Kurz vor der Sitzung am Donnerstag sinkt sie auf 0,5 Prozent. Der Druck auf die Notenbank steigt.

          Kaum noch steigende Preise in der Euro-Zone nähren kurz vor dem EZB-Zinsentscheid die Furcht vor einer Deflation. Die Inflationsrate in den 18 Staaten der Währungsunion sank im Mai überraschend auf 0,5 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Damit war der Preisauftrieb so niedrig wie zuletzt im März. Experten hatten damit gerechnet, dass die Inflationsrate wie im April bei 0,7 Prozent liegen würde.

          Wie Eurostat mitteilte, verteuerten sich Dienstleistungen in der Euro-Zone ersten Schätzungen zufolge um 1,1 Prozent. Die Energiekosten verharrten hingegen auf dem Vorjahresniveau. Die Inflationsrate bei Nahrung, alkoholischen Getränken und Tabak erreichte nur 0,1 Prozent.

          Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Donnerstag zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammenkommt, liegt bei knapp zwei Prozent. Sie hat bereits angekündigt, sich nicht dauerhaft mit einem zu niedrigen Preisauftrieb abzufinden. Experten erwarten, dass sie mit einer weiteren Senkung der bereits sehr niedrigen Zinsen gegensteuern wird. Denn die EZB will verhindern, dass die Verbraucher in Erwartung niedriger Preise ihre Käufe zurückstellen und so eine Deflationsspirale in Gang kommt. Zudem dürften die Währungshüter erstmals bei der EZB geparktes Geld mit einem Strafzins belegen, um so die Banken zur verstärkten Kreditvergabe anzuregen. In einem Gastbeitrag für die F.A.Z. hat der ehemalige EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark die Zentralbank vor solchen Schritten gewarnt.

          Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone sank im April leicht. Nach den erst jetzt verfügbaren Eurostat-Zahlen lag sie bei 11,7 Prozent. Damit waren in der Eurozone rund 18,75 Millionen Menschen arbeitslos.
          Etwas besser sah die Lage in der EU insgesamt aus, also einschließlich der Länder, die ihre eigene Währung behalten haben. Hier lag die Arbeitslosenrate im April laut Eurostat bei 10,4 Prozent. Von der rund eine halbe Milliarde Unions-Bürger waren demnach etwa 25,5 Millionen arbeitslos.

          Die niedrigsten Arbeitslosenraten verzeichneten Österreich mit 4,9 Prozent und Deutschland mit 5,2 Prozent. Am höchsten war die Arbeitslosigkeit laut Eurostat im April in Spanien (25,1 Prozent). Für Griechenland lag als neueste die Rate vom Februar vor, die sogar 26,5 Prozent betrug.

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