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Deutsche Industrieproduktion : Stärkster Einbruch seit der Finanzkrise

  • Aktualisiert am

Die Flaute im Welthandel hält weiter an. Bild: dpa

Zum Jahresende ist die Industrieproduktion in Deutschland noch einmal deutlich gefallen – so stark wie zuletzt Anfang 2009. Das Wirtschaftsministerium beschwichtigt.

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          Die deutsche Industrie hat ihre Produktion zum Jahresende deutlich verringert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Freitag lag die Gesamtherstellung im Dezember 3,5 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Das ist der stärkste Rückgang seit Anfang 2009, als die Produktion infolge der Finanzkrise weggebrochen war. Analysten hatten aktuell im Schnitt einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent erwartet.

          Verglichen zum Vorjahresmonat sank die Herstellung ebenfalls massiv um 6,8 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit Ende 2009. Dabei ging der Ausstoß in der Industrie um 2,9 Prozent und im Baugewerbe infolge einer deutlichen Produktionseinschränkung im Ausbaugewerbe um 8,7 % zurück. Innerhalb der Industrie verringerte sich die Produktion von Konsumgütern um 2,0 Prozent und die von Vorleistungs- und Investitionsgütern um 2,6 Prozent respektive 3,5 Prozent.

          Nur ein kleines Umsatzplus

          „Die zuletzt schwache Entwicklung der Produktion und der Auftragseingänge deutet darauf hin, dass die Konjunkturschwäche in der Industrie noch nicht überwunden ist“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. Aufgrund einer hohen Anzahl an Brückentagen im Dezember dürfte der Rückgang der Industrieproduktion allerdings überzeichnet sein. Die verbesserte Stimmung in den Unternehmen spreche dafür, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten etwas aufhellen wird.

          Auch die deutschen Exporteure haben vor der Jahreswende einen Dämpfer erhalten. Zwar legte die Ausfuhr im Gesamtjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent auf 1,327 Billionen Euro zu. „Allerdings verlor das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren an Dynamik“, erklärten die Statistiker. 2018 hatte es noch ein Plus von 3 Prozent und 2017 sogar ein Plus von 6,2 Prozent gegeben.

          Im Dezember schafften die Exporteure nur ein kleines Umsatzplus und zogen im Dezember um 0,1 Prozent verglichen zum Vormonat an, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im November einen Rückgang um 2,2 Prozent gegeben hatte.

          Der Industrieverband BDI unterstrich am Freitag in seinem „Globalen Wachstumsausblick“, dass er abermals ein schwaches Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr erwarte. Der Welthandel bleibe schwach, und hohe Risiken für den Außenhandel deutscher Unternehmen bleiben bestehen, zum Beispiel der unsichere Abschluss eines Handelsabkommens mit dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit.

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