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Hessen-Industrie in der Corona-Krise : Eine Milliarde weniger Umsatz

Besonders gebeutelt: Auch der Autohersteller Opel bekommt die Corona-Auswirkungen zu spüren. Bild: dpa

Nach Einnahmeeinbußen in Millionenhöhe durch die Corona-Pandemie erholt sich die Industrie in Hessen langsam. Doch Autohersteller beklagen noch immer einen erheblichen Verlust.

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          Das verarbeitende Gewerbe leidet weiterhin unter der Corona-Krise, aber weniger stark als in den Monaten zuvor. Im Monat Juni, für den die aktuellen Zahlen vorliegen, büßten die Industriebetriebe im Schnitt elf Prozent an Umsatz im Vergleich zum Juni 2019 ein, das war ein Minus von rund einer Milliarde Euro. Betroffen waren davon fast alle Branchen, wie das Statistische Landesamt mitteilt. Auch die chemische Industrie und die Plastikbranche setzten nahezu 13 Prozent weniger um. Der Export ging dabei stärker zurück als die Nachfrage aus dem Inland. Einzig die Pharmabranche registrierte mit fünf Prozent ein leichtes Wachstum. Am stärksten aber traf die Krise die Autohersteller und ihre Zulieferer. Sie registrierten einen Umsatzrückgang von 36 Prozent im Vergleich zum Juni 2019.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dieser Verlust ist zwar erheblich, er war in den vorangegangenen Monaten noch stärker. Im April und Mai waren die Erlöse um ein Viertel eingebrochen, im Vergleich zum jeweiligen Monat im Vorjahr. Das waren Umsatzverluste von deutlich mehr als zwei Milliarden Euro im Monat. Die Autobranche hatte damals sogar 85 Prozent eingebüßt.

          Deutlich weniger Beschäftigte

          Die Industrie in Hessen ist für etwa ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung des Bundeslandes verantwortlich. Das ist mehr als Handel, Gastronomie, Tourismus, Verkehr und Kommunikation zusammengenommen, obwohl die Unternehmen des produzierenden Gewerbes deutlich weniger Beschäftigte haben.

          In früheren Monaten hatte die Krise sich kaum auf die Zahl der Stellen ausgewirkt, unter anderem, weil viele Unternehmen Kurzarbeitergeld in Anspruch nahmen, um abwarten zu können, wie sich die Lage entwickelt. Doch das könnte sich nun ändern: Im Vergleich zum Februar, dem Monat vor der Krise, sank die Zahl der Stellen um rund 4000 auf nun 360.000. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes waren allerdings im Juni rund 10.000 Menschen weniger in der hessischen Industrie beschäftigt als noch im Juni 2019, ein Minus von drei Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass der Personalabbau schon vor dem Lockdown begonnen hat. Autobranche und Maschinenbau litten bereits 2019 unter dem Konjunktureinbruch in China, dem Brexit und dem Zollkonflikt mit Amerika.

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