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„Warnschuss“ : Deutsche Industrie erhält fast 7 Prozent weniger Aufträge

  • Aktualisiert am

Ein Monteur arbeitet in der SKET Maschinen- und Anlagenbau GmbH in Magdeburg an einem Maschinenteil. Bild: dpa

Die neue Corona-Welle sorgt in Asien für Lockdowns. Das bekommen die Industrieunternehmen hierzulande schmerzhaft zu spüren. Im Oktober gingen die Bestellungen deutlich zurück.

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          Die von Materialengpässen und gestörten Lieferketten geplagte deutsche Industrie steht vor schwierigen Monaten: Ihr brachen im Oktober zum zweiten Mal binnen drei Monaten die Aufträge weg, was an der geringeren Nachfrage aus dem Ausland lag. Die Unternehmen zogen 6,9 Prozent weniger Bestellungen an Land als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem leichten Rückgang gerechnet.

          Im September hatte es noch ein Wachstum von 1,8 Prozent gegeben, das auf einen Einbruch von 8,8 Prozent im August folgte. „Für die konjunkturellen Aussichten bedeutet der zweite starke Rückgang der Auftragseingänge innerhalb der letzten drei Monate einen weiteren Dämpfer“, betonte das Bundeswirtschaftsministerium. Dafür spricht auch der Vergleich mit dem Vorjahresmonat: Hier sanken die Bestellungen um 1,0 Prozent und damit erstmals seit mehr als einem Jahr.

          „Das ist ein Warnschuss vor den Bug der Konjunktur“, kommentierte LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch die Entwicklung. Sie zeige, „dass da etwas nicht in Ordnung ist“. Für das schwache Abschneiden sorgte im Oktober die sinkende Auslandsnachfrage. Diese Bestellungen brachen um 13,1 Prozent zum Vormonat ein. Dabei sanken die Aufträge aus der Euro-Zone um 3,2 Prozent, während die aus dem restlichen Ausland um 18,1 Prozent nachgaben. Das Inlandsgeschäft wuchs dagegen um 3,4 Prozent.

          Lockdowns in Asien bremsen Industrie

          “Der Auftragsrückgang wirkt brutal“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Das Infektionsgeschehen in Asien macht sich nun bemerkbar.“ Dahinter dürfte sich vor allem China verbergen. „Neuerliche Lockdowns in Asien bremsen hierzulande die Industrie aus“, sagte Gitzel. „Die gegenwärtige Viruswelle ist damit eine neuerliche Belastung für die Weltwirtschaft.“

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          Besser entwickelte sich der Umsatz in der Industrie: Die realen Einnahmen lagen im Oktober um 3,6 Prozent höher als im Vormonat. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz um 7,1 Prozent niedriger.

          Die Auftragsbücher der Industrie sind zwar immer noch prall gefüllt. Wegen Engpässen bei Rohstoffen und Materialien wie Mikrochips klemmt aber die Produktion. Auch deshalb wird der Aufschwung im zu Ende gehenden Jahr nach Prognose der Bundesregierung eine Nummer kleiner ausfallen als ursprünglich gedacht. Sie senkte ihre Wachstumsprognose auf 2,6 Prozent von zuvor 3,5 Prozent. 2022 soll es zu einem Plus von 4,1 Prozent reichen, 2023 dann zu 1,6 Prozent.

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