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29-Jahres-Rekord : Im Großhandel steigen die Preise

  • Aktualisiert am

Bild: AP, Reuters, dpa

In Deutschland sind die Großhandelspreise im vergangenen Jahr so stark wie seit 29 Jahren nicht mehr gestiegen. Im Jahresdurchschnitt lag der Preisauftrieb bei 5,9 Prozent. Eine höhere Rate wurde zuletzt 1981 ermittelt. Die Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten.

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          Teurere Metalle und Rohöl haben die Großhandelspreise 2010 so stark in die Höhe getrieben wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Die Händler mussten 5,9 Prozent mehr zahlen als im Krisenjahr 2009, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Noch stärker war die Teuerung 1981 ausgefallen, als die Großhandelspreise um 7,7 Prozent zugelegt hatten.

          Allein von November bis Dezember schnellten die Preise um 1,8 Prozent in die Höhe. „Einen so hohen Preisanstieg gegenüber dem Vormonat gab es zum letzten Mal im Januar 1989“, schrieben die Statistiker.

          Wichtigste Preistreiber waren im vergangenen Jahr Erze und Metalle sowie Brennstoffe und Mineralölprodukte: Sie verteuerten sich um 14 Prozent. Inzwischen sind diese Produkte wieder fast so teuer wie im Dezember 2008. Doch auch Getreide, Saatgut und Futtermittel kosteten deutlich mehr als vor einem Jahr. Grund dafür seien Naturkatastrophen wie die Waldbrände in Russland und Überschwemmungen in Pakistan, Indien und China sowie Missernten, schrieben die Statistiker. Der Preisanstieg lag hier im Jahresschnitt bei einem Fünftel; im Dezember mussten die Großhändler sogar zwei Drittel mehr bezahlen als im Dezember 2009.

          Die Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, da sie die Richtung für die Preise im Einzelhandel vorgeben. Die meisten Experten sagen zwar für dieses Jahr weitgehend stabile Preise voraus. Zuletzt zog die Inflation aber wieder spürbar an.

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