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Bis zu minus 19 Prozent : Im gesamten Euroraum schrumpft die Wirtschaft deutlich

  • Aktualisiert am

Eine Frau steht vor einem Schaufenster in Barcelona. Bild: Reuters

Nach Frankreich melden auch die Nachbarländer Italien und Spanien historische Konjunktureinbrüche. Die Arbeitslosigkeit steigt massiv an. Vergleichsweise glimpflich davon gekommen sind im Euroraum Litauen und Lettland.

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          In allen 19 Ländern der Eurozone ist die Wirtschaft in der Corona-Krise unter die Räder gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich im Zeitraum von April bis Juni zum Vorquartal um 12,1 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag auf Basis einer vorläufigen Schätzung mitteilte.

          Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1995. Fachleute hatten einen Einbruch in dieser Größenordnung erwartet, nachdem die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 3,6 Prozent zurückgegangen war.

          Die Wirtschaft im Euro-Währungsraum, insbesondere große Teile der Industrie, war schon angeschlagen in die Corona-Krise gegangen und steckt nun tief in der Rezession. Die beiden größten Volkswirtschaften der Euro-Zone wurden hart getroffen: In Deutschland schrumpfte das BIP um 10,1 Prozent, in Frankreich sogar um 13,8 Prozent.

          Doch auch in Italien ist die Wirtschaft so stark eingebrochen wie seit 25 Jahren nicht mehr. Dort schrumpfte das BIP im zweiten Quartal um 12,4 Prozent verglichen zum Vorquartal, wie das nationale Statistikinstitut Istat am Freitag mitteilte. Es ist der stärkste konjunkturelle Einbruch seit Beginn dieser Erhebung 1995.

          Schon im ersten Quartal war die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone von der Corona-Krise getroffen worden. In den Monaten Januar bis März war die italienische Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um revidiert 5,4 Prozent (zuvor 5,3 Prozent) gesunken.

          Fachleute hatten für das zweite Quartal allerdings mit einem deutlich stärkeren Rückschlag gerechnet und waren von einem Einbruch um 15,5 Prozent ausgegangen. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie fallen vor allem in das zweite Quartal.

          Der Tourismus-Sektor leidet bis heute

          Noch heftiger durchgeschüttelt wurden die Volkswirtschaften in Portugal (minus 14,1 Prozent) und Spanien (minus 18,5 Prozent). Spanien ist gar in die tiefste Rezession seiner Geschichte gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im Frühjahr um 18,5 Prozent zum Vorquartal. Das Minus ist damit sogar noch größer als die Erwartung der Fachleute von 16,6 Prozent, nachdem die Wirtschaft zwischen Barcelona und Sevilla im ersten Quartal um 5,2 Prozent geschrumpft war.

          Zum Vorjahr ergab sich im Frühjahr sogar ein Minus von 22,1 Prozent. Die Konjunktur war vor Ausbruch der Pandemie über Jahre stabil. Doch die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Virus-Ausbreitung ließen die Wirtschaft abstürzen. Insbesondere der für Spanien sehr wichtige Tourismus-Sektor leidet bis heute unter den Folgen der Pandemie.

          Im Zuge der Virus-Krise ist auch die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit in Spanien massiv gestiegen. Zwischen April und Juni gingen eine Million Jobs verloren – so viele wie nie zuvor in einem Quartal. Die Quote erhöhte sich auf 15,33 nach 14,41 Prozent zu Beginn des Jahres. Die EU-Kommission sagt dem südeuropäischen Land für dieses Jahr einen BIP-Einbruch um 10,9 Prozent voraus.

          Aus dem jüngst in Brüssel geschnürten Corona-Hilfspaket winken Spanien laut Regierungschef Pedro Sanchez 209 Milliarden Euro, davon 81 Milliarden Euro Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. 

          Vergleichsweise glimpflich war der BIP-Rückgang im zweiten Quartal in Litauen mit minus 5,1 Prozent und in Lettland mit minus 7,5 Prozent. In Österreich schlugen minus 10,7 Prozent und in Belgien minus 12,2 Prozent zu Buche.

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