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Ifo-Index fällt : Die Wirtschaft wird zweigeteilt

  • -Aktualisiert am

Im Gegensatz zum Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung der Industrieunternehmen im Oktober verbessert. Bild: dpa

Die steigenden Corona-Neuinfektionen haben den Ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober um 0,5 auf 92,7 Zähler gedrückt. Der Dienstleitungssektor leidet besonders, anderswo sieht es schon wieder deutlich besser aus.

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          Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen nehmen die Sorgen in den Chefetagen der deutschen Unternehmen zu. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Oktober auf 92,7 Punkte nach 93,2 Zählern im September. Es ist der erste Rückgang des wichtigsten Stimmungsindikators, der auf der monatlichen Befragung von 9000 Unternehmen beruht. Zuvor war er fünf Mal infolge gestiegen – nach einem heftigen Einbruch im März und April.

          Svea Junge

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage abermals besser beurteilten, blickten sie zum ersten Mal seit April wieder pessimistischer in die Zukunft. Gleichwohl liegt der Wert der Lagebeurteilung immer noch rund 10 Prozent unter dem Vorkrisenniveau.

          Zwischen dem Dienstleistungssektor und der Industrie zeichnet sich dabei ein unterschiedliches Tempo des Erholungsprozesses ab. Die Stimmung unter Unternehmen des verarbeitenden Gewebes kletterte im Oktober erstmals seit Juni 2019 wieder in den positiven Bereich. Vor allem ihre gegenwärtige Situation beurteilten die Industrieunternehmen besser als noch im September.

          Die Unternehmen des Dienstleistungssektors schätzten hingegen nicht nur ihre aktuelle Situation schlechter ein, sie bewerteten auch ihre Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate pessimistischer. Sollte es abermals zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen, wären die Dienstleister am stärksten betroffen. Unter einem neuen Lockdown würden auch die Händler leiden. Sie zeigten sich mit ihren gegenwärtigen Geschäften zwar noch zufriedener, doch auch ihre Erwartungen für die nächsten Monate trübten sich merklich ein.

          „Die heutige Veröffentlichung unterstreicht, dass die Zeit positiver konjunkturelle Nachrichten erst einmal vorbei sein dürfte“, sagte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg. Der Rückgang sei “ein Warnsignal“ und könne ein Vorgeschmack dafür sein, was noch bevorstehen könnte, falls der zuletzt explosionsartige Anstieg der Infektionszahlen nicht bald eingedämmt werden könne.

          Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, warnt: „Die Aussichten für das Wachstum im vierten Quartal haben sich deutlich eingetrübt.“ Er appelliert deshalb, der Staat solle seine Anti-Corona-Maßnahmen so ausgestalten, dass die Geschäfte als Absatzkanal für die gesamte deutsche Wirtschaft anders als während der ersten Welle offen bleiben.

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