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Ifo-Geschäftsklimaindex : Schlechtere Stimmung in der deutschen Wirtschaft

  • Aktualisiert am

Die deutsche Wirtschaft hat im Januar an Zuversicht verloren. Bild: Frank Röth

Die deutsche Wirtschaft ist überraschend pessimistisch ins neue Jahr gestartet. Überraschend zuversichtlich zeigt sich hingegen die gebeutelte Industrie.

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          Die deutsche Wirtschaft hat zu Jahresbeginn an Zuversicht eingebüßt. Das Geschäftsklima-Barometer des Münchener Ifo-Instituts, das auf der monatlichen Befragung von rund 9000 Unternehmen basiert, fiel im Januar auf 95,9 Punkte. Das teilte das Institut am Montag mit. Im Dezember hatte der Index noch bei 96,3 Punkte rangiert. Damit ist der leichte Aufwärtstrend der vergangenen Monate gestoppt worden. 

          Hauptgrund für den Stimmungsdämpfer sind pessimistischere Erwartungen der Unternehmen. Bereinigt von saisonalen Sondereffekten fiel der Indexwert für die Erwartungen von 93,9 auf 92,9 Punkte. Die gegenwärtige Geschäftslage wurde hingegen etwas besser eingestuft, hier stieg der Indexwert von 98,8 auf 99,1 Punkte. „Die deutsche Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr“, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

          In der konjunkturell gebeutelten deutschen Industrie verbesserte sich die Stimmung allerdings überraschend stark. Der Indexwert legte von minus 5,0 auf minus 1,6 Punkte zu. Einen derart starken Anstieg hatte es zuletzt im Februar 2017 gegeben. Ein schlechteres Geschäftsklima gibt es hingegen im Dienstleistungssektor. Hier fiel der Indexwert von 21,3 auf 18,7 Punkte. Zurückzuführen ist dieser Rückgang in erster Linie auf schlechtere Erwartungen der Unternehmen.

          Die Nachricht zum schlechteren Geschäftsklima komme zwar überraschend, aber auch nicht gänzlich ohne Grund, kommentierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Die Teileinigung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit und der geregelte Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU eliminierten zwar die unmittelbaren Abwärtsrisiken, sie schaffen jedoch noch keine echten Impulse für die Konjunktur.

          Auch sei ein Ende der schon anderthalb Jahre dauernden und damit längsten Industrierezession seit der Wiedervereinigung bislang nur schemenhaft erkennbar. „Die Hängepartie geht weiter“, so Köhler-Geib. Mit dem Coronavirus und noch immer drohenden amerikanischen Autozöllen für die EU dürften die Sorgen nicht kleiner werden, meint auch Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Erwartungsseitig werde ein konjunkturelles Wendesignal weiter auf sich warten lassen.

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