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Konjunkturbarometer : Die Stimmung trübt sich ganz leicht

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„Keine Katastrophe. Die deutsche Wirtschaft kann nicht dauerhaft mit Raten von mehr als drei Prozent wachsen” Bild: ddp

In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat die Stimmung offenbar ihren Zenit erreicht. Im wichtigsten deutschen Konjunkturbarometer werden die Aussichten etwas schlechter bewertet als bislang. Die Konjunkturforscher beruhigen: Ein Absacken sei nicht zu erwarten.

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          Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im April von 111,1 auf 110,4 Punkte und damit den zweiten Monat in Folge. Nach einem Rekordhoch im Februar hatte der Index bereits im März leicht verloren. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer hielt sich aber nahe dem im Februar erreichten Wiedervereinigungs-Rekord von 111,3 Punkten. Die Konjunkturforscher aus München sind weiter optimistisch: „Trotz erheblicher Risiken auf der internationalen Ebene geht es den Unternehmen in Deutschland ausgezeichnet“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zu der Umfrage unter 7000 Managern. Gefahren gehen vor allem von der Schuldenkrise in Europa, der Atomkatastrophe in Japan und hohen Ölpreisen aus.

          Die Firmenchefs schätzten die aktuelle Lage so gut ein wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr: Dieses Barometer kletterte auf 116,3 von 115,8 Punkten. Die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate wurden dagegen etwas schlechter bewertet. Dieser Teilindex sank auf 104,7 von 106,5.

          Der Rückgang im April deutet nach Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstitutes nicht auf eine einschneidende konjunkturelle Abwärtsbewegung hin. „Das Geschäftsklima ist zwar gesunken, aber daraus kann man momentan nicht ableiten, dass wir an einer Wende stehen, sondern die Situation ist weiter sehr gut“, sagte Ifo-Volkswirt Klaus Abberger: „Der Aufschwung in Deutschland ist
          intakt und robust“, betonte er. Der April sei vor allem wegen der bestehenden globalen Risiken ein „schwieriger Monat“ gewesen, das Gesamtbild sei aber weiter eher positiv.

          Für seinen monatlichen Geschäftsklimaindex befragt das Ifo-Institut regelmäßig rund 7000 Unternehmen in Deutschland. Sie machen Angaben zu ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren Erwartungen für das nächste halbe Jahr.

          Nach Prognose der Bundesregierung hat sich das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal auf rund 0,8 Prozent verdoppelt. Für das laufende Frühjahrsquartal erwarten Analysten ein Plus von 0,5 Prozent. Die meisten Experten trauen der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von drei Prozent zu und rechnen für 2012 mit einem Plus von etwa zwei Prozent.

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