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Ifo-Geschäftsklimaindex : Wirtschaft in unerwartet positiver Stimmung

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Gute Konjunkturvorhersagen haben am Dienstag Fachleute positiv überrascht. Zum zehnten Mal in Folge ist der Ifo-Index im Januar gestiegen - und dann auch noch stärker als erwartet. Er ist nun auf dem höchsten Stand seit Juli 2008.

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          Das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands hat sich zu Jahresbeginn unerwartet deutlich aufgehellt. Wie das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, stieg der Geschäftsklimaindex im Januar auf 95,8 Punkte, nachdem er im Vormonat bei revidiert 94,6 gelegen hatte.

          Das Ifo-Institut verwies darauf, dass sich die gegenwärtige Geschäftslage der Unternehmen weiter entspannt habe. Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr seien die befragten Firmen zuversichtlicher als bislang. „Die wirtschaftliche Erholung setzt sich zu Beginn des neuen Jahres fort“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Von der Nachrichtenagentur Dow Jones befragte Volkswirte hatten eine leichtere Zunahme auf 95,1 erwartet. Mit dem zehnten Anstieg in Folge erreichte das Geschäftsklima damit den höchsten Stand seit Juli 2008.

          Fachleute zeigten sich positiv überrascht

          Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der rund 7000 befragten Unternehmen legte im Januar auf 91,2 Punkte zu, im Vormonat hatte er bei 90,4 notiert. Es war die siebte Verbesserung in Folge. Die Erwartungskomponente wurde zudem mit 100,6 Punkten nach 98,9 im Vormonat beziffert. Dieser Teilindex erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2007.

          Mit Blick auf die einzelnen Sektoren hielten die Münchener Wirtschaftsforscher fest, dass sich das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe merklich verbessert habe. Der entsprechende Saldenindex stieg auf minus 6,6 von minus 9,3 im Vormonat. Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe bewerteten ihre Geschäftslage damit zum achten Mal in Folge weniger schlecht. Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima kräftig, hier erhöhte sich der Saldenindex auf minus 21,5 von minus 26,8. Auch im Großhandel wurde eine Aufhellung des Geschäftsklimas ausgewiesen (minus 4,7 nach minus 6,9), während sich die Stimmung im Einzelhandel leicht eintrübte (auf minus 12,8 von minus 12,3).

          Fachleute äußerten sich in ersten Reaktionen positiv überrascht. Heinrich Bayer von der Postbank sagte: „Das ist eine positive Überraschung. Es gab einen kräftigen Zuwachs bei den Erwartungen. Es ist eine Idealkonstellation, dass beide Komponenten weiter steigen und dass die Erwartungen deutlich über der Lage liegen.“ Dies signalisiere ein deutliches Wachstumspotential für die Wirtschaft.

          „Der Anstieg fiel für mich überraschend günstig aus“, sagte auch Gerd Hassel, von der BHF-Bank: Der Aufschwung gehe voran. „Er dürfte zwar immer noch ziemlich schwach sein, dürfte sich aber binnen des nächsten halben Jahres verstärken. Ab der Jahresmitte könnten wir ein etwas stärkeres Wachstum sehen, darauf deuten die günstigeren Erwartungen hin.“ Vor allem die Exportaussichten seien günstiger beurteilt worden.

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