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Ifo-Geschäftsklimaindex : Stimmung der Unternehmen kühlt sich ab

  • -Aktualisiert am

Porsche-Mitarbeiter arbeiten während einer Showproduktion zur Eröffnung der Produktion des Modells Taycan im Stuttgarter Werk. Bild: dpa

Das wichtige Konjunkturbarometer sinkt im September. Die deutsche Wirtschaft steht vor einem schwierigen vierten Quartal.

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          Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft schwächt sich weiter ab. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts, der auf der Umfrage unter 9000 Unternehmen basiert, sank um 0,8 Punkte auf 98,8 Zähler. Das teilte das Münchner Institut am Freitag mit. Es ist der dritte Rückgang des wichtigen Stimmungsbarometers in Folge. Mit ihrer aktuellen Geschäftslage waren die Unternehmen zum ersten Mal in diesem Jahr wieder weniger zufrieden. Ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate trübten sich ebenfalls ein.

          Svea Junge
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Am stärksten verschlechterte sich die Stimmung unter den Industrieunternehmen. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Mai 2020. „Die Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten bremsen die deutsche Konjunktur“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Industrie erlebe eine „Flaschenhals-Rezession“. Zwar seien die Auftragsbücher noch immer gut gefüllt, aber die Neubestellungen flachten ab.

          Im Dienstleistungssektor blickten die Unternehmen deutlich zuversichtlicher in die Zukunft, wenn sie auch ihre aktuelle Lage etwas schlechter beurteilten. Im Gastgewerbe und Tourismus sei nach der großen Skepsis im Vormonat eine gewisse Zuversicht zurückgekehrt. In der Logistik trübten sich die Aussichten im Gleichklang mit der Industrie ein. Zwar berichte auch im Handel eine große Mehrheit der Händler von Lieferproblemen bei der Beschaffung, der Teilindex bliebt jedoch nahezu unverändert. Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima deutlich.

          Unter Ökonomen sorgten die Umfrageergebnisse für wenig Optimismus. Die Erholung der deutschen Wirtschaft dürfte nach Einschätzung von Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen – nach einem noch einmal starken dritten Quartal – im vierten Quartal „merklich an Fahrt verlieren“. Auch Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Banden-Württemberg erwartet ein schwieriges viertes Quartals , „in dem die Lieferkettenthematik Corona als Hauptrisiko sogar ablösen könnte.“ Zu einer spürbaren Entspannung bei den Lieferkettenproblemen werde es wohl erst im kommenden Jahr kommen, sagte Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe.

          Für Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank ist der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex dennoch „alles andere als dramatisch“. Es seien einzig die Lieferengpässe und Knappheiten, die die Unternehmen davon abhielten mehr zu produzieren. „Das spricht für einen hohen Investitionsbedarf in der Zukunft. Außerdem werden die rekordhohen Aufträge abgearbeitet, was den Aufschwung weit in das nächste Jahr verlängert“ ,sagte er.

          Belastungen für die Konjunktur nehmen zu

          Auch der am Donnerstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex des Londoner Markit-Instituts deutet darauf hin, dass sich die Erholung im September merklich abgeschwächt hat. Das Barometer sank nach 60 Punkten im August auf 55,3 Zähler. Das ist der niedrigste Wert seit Februar. Gleichwohl lag der Wert noch immer über der Marke von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. Die Bilanz für das dritte Quartal fällt ebenfalls positiv aus: Im Durchschnitt übertraf der Index mit 59,2 Punkten den Wert des Vorquartals von 57,4 und war damit der höchste Wert seit zehneinhalb Jahren.

          Doch die Belastungen für die Konjunktur nehmen zu. „Die Umfrage deutet darauf hin, dass der Aufschwung im Verarbeitenden Gewerbe weiterhin gebremst wird und unter Lieferengpässen und steigenden Kosten leidet“ sagte Markit-Ökonom Phil Smith. Hinzu komme, dass der Dienstleistungssektor das kleinste Plus seit Mai verzeichnete, da der Nachfrageschub infolge der Corona-Lockerungen weiter nachgelassen habe.

          Inzwischen haben alle fünf großen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für das laufende Jahr teils stark nach unten korrigiert. Am zuversichtlichsten ist das Essener RWI, das noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,5 Prozent erwartet. Es folgt das Kieler Institut für Weltwirtschaft mit einer Wachstumsprognose von 2,6 Prozent. Am pessimistischsten ist das IHW in Halle, das nur noch mit einem Wachstum von 2,1 Prozent rechnet. Für 2022 rechnen die Institute allerdings mit einem kräftigen Plus von bis zu 5,1 Prozent.

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