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Ifo-Geschäftsklima : Der Pessimismus kehrt zurück

  • -Aktualisiert am

Nach acht Anstiegen in Folge hat sich die Stimmung in der Industrie um Januar wieder verschlechtert. Bild: dpa

Die deutsche Wirtschaft startet mit Ernüchterung ins neue Jahr. Nachdem sich die Stimmung im Dezember noch verbessert hatte, sorgen der verlängerte Lockdown und langsame Fortschritte bei den Impfungen für trübe Aussichten.

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          Die Verlängerung des Lockdowns hat die Stimmung der deutschen Unternehmen zu Beginn des Jahres getrübt. Der Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts sank im Januar um 2,1 Punkte auf 90,1 Zähler, wie das Institut am Montag mitteilte. Sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr beurteilten die Unternehmen schlechter als noch im Dezember.  „Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft vorläufig beendet“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der Umfrage unter rund 9000 Unternehmen. Zum Ende des vergangenen Jahres hatte sich die Stimmung der Unternehmen nach zwei Rückgängen im Oktober und November noch aufgehellt. 

          Besonders im Handel ging das Barometer im Januar stark zurück, von plus 0,3 Punkten auf  minus 17,2 Zähler.  „Die Stimmung verschlechterte sich, teilweise massiv, in nahezu allen Einzelhandelssparten“, sagte Fuest. Auch bei den Dienstleistern sei der Geschäftsklimaindex „merklich“ gesunken. Wenngleich die Industrieunternehmen, die sich zuletzt als Stütze in der zweiten Pandemie-Welle erwiesen, ihre aktuelle Lage etwas besser einschätzten. So blickten auch sie pessimistischer in die Zukunft, weshalb das Barometer nach acht Anstiegen in Folge erstmals wieder sank. Im bisher robusten Baugewerbe verschlechterte sich die Stimmung ebenfalls.

          „Bei den deutschen Unternehmen macht sich zu Beginn des Jahres Ernüchterung breit“, kommentierte Michael Holstein, Chefvolkswirt der DZ Bank. Dafür verantwortlich waren aus Sicht von Deka-Chefsvolkswirt Ulrich Kater neben der Lockdown-Verlängerung auch die Gefahren, die aus den Virusmutationen und dem schleppenden Fortschritt bei den Impfungen resultieren. Der Start ins neue Jahr sei „verhagelt“, die Wirtschaftsleistung werde im ersten Quartal sinken. Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer schätzt diesen Rückgang auf fast 2 Prozent. „Allerdings sollte sich die deutsche Wirtschaft ab Frühjahr kräftig erholen."

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