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EZB-Programm : Ökonom Sinn schilt die EZB

  • Aktualisiert am

Ifo-Chef Hans Werner Sinn. Bild: dapd

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn kritisiert das Anleihekauf-Programm der Europäischen Zentralbank. Die Anleihen, die die EZB kauft, steigen im Preis. Der Euro-Kurs steigt etwas.

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          Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt mit dem billionenschweren Ankauf von Staatsanleihen nach Meinung des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung die Abwertung des Euro voran. Die Begründungen der EZB für die Aktion sei nur vorgeschoben. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sagte am Montag: „Es gibt keine Deflation im Euroland, sondern einen konjunkturell hochwillkommenen Absturz der Ölpreise.“

          Das kurbele die Konjunktur an, aber müsse nicht bekämpft werden. Das Programm führe zu einer weiteren Abwertung des Euro. „Doch das darf die EZB nicht sagen, denn eine Wechselkurspolitik ist nicht ihr Auftrag“, sagte Sinn. „Außerdem erleichtert das Programm den Staaten die Verschuldung mit der Druckerpresse, was verboten ist.“ Sinn erneuerte damit seine Kritik an dem EZB-Programm.

          Am Montag begann die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Anleihenkaufprogramm, mit dem sie für voraussichtlich mindestens eineinhalb Jahre monatlich 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte pumpt. Ihr Ziel ist es, durch das sogenannte Quantitative Easing (QE) die Konjunktur der Euro-Zone anzukurbeln und eine drohende Deflation - eine Spirale aus fallenden Preisen und rückläufigen Investitionen - abzuwenden.

          So reagiert der Markt auf das Programm

          Am Rentenmarkt sorgte der Startschuss für QE für steigende Kurse vieler europäischer Anleihen - im Gegenzug fielen die Renditen. Die zehnjährigen Bundesanleihen warfen zeitweise nur noch 0,336 Prozent ab nach 0,402 Prozent im Geschäft vom Freitag. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Titel fiel auf 1,274 (Freitag: 1,323) Prozent, die der spanischen Pendants auf 1,197 (Freitag: 1,242) Prozent.

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          Seit Jahresbeginn hat der Dax fast 18 Prozent zugelegt - vor allem, weil die Anleger auf den Geldregen der EZB setzten. Der Euro, der zuletzt auf den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren gefallen war, erholte sich etwas.

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