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Anspielung auf Gläubiger : Vorwurfsvolle Weihnachtsgrüße aus Athen

Weihnachtsfriede scheint nicht so seine Sache zu sein: Griechenlands Finanzminister Euclid Tsakalotos Bild: dpa

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern kommen nicht voran. Da nutzt Finanzminister Tsakalotos selbst eine Weihnachtskarte zum Seitenhieb gegen die Geldgeber.

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          Für Griechenlands Finanzminister Euclid Tsakalotos sind auch die Weihnachtswünsche Anlass für eine bittere Anklage. Der marxistisch orientierte Wirtschaftsprofessor, der in England aufgewachsen ist, benutzte die sozialkritische Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens als Vorlage für den Weihnachtsgruß seines Ministeriums. In der Geschichte von Dickens wird ein geiziger und herzloser Geschäftsmann namens Ebenezer Scrooge beschrieben, der am Weihnachtsabend einen Besuch vom Geist seines verstorbenen, noch geizigeren Geschäftspartners erhält.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Anspielung auf die Gläubiger Griechenlands ist offensichtlich. Die europäischen Partner und der Internationale Währungsfonds werden damit nicht als Retter des Landes geschätzt, die mit drei Hilfsprogrammen bisher insgesamt 240 Milliarden Euro an langlaufenden, niedrig verzinsten Krediten zur Verfügung stellten. Der Finanzminister zeigt sich offenbar frustriert darüber, dass sich die Verhandlungen Griechenlands mit den Geldgebern über die Konditionen für die nächste Kredittranche und über eine Erleichterung der Kreditkonditionen nicht vorankommen.

          Aus Sicht der Geldgeber haben die Griechenland-Kredite nur Sinn, wenn das Land als Gegenleistung dafür wettbewerbsfähiger wird und langfristig auf eigenen Beinen stehen kann. Minister Tsakalotos sieht dies in seinem Weihnachtsgruß ganz anders: „Vielleicht kommt in allen Weihnachtsgeschichten ein schrecklicher Ebenezer vor, der in seiner verzweifelten Einsamkeit dem Geist von Weihnachten begegnet, und vielleicht ist unser Weihnachten keine Ausnahme“, heißt es im Text zur Illustration aus der Dickens-Geschichte. „Doch unsere Wünsche werden Erfolg haben gegenüber allen Ebenezer dieser Welt.“

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