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Griechenlands Schuldenkrise : Profis aus Athen

  • -Aktualisiert am

Geschickt führt die angeblich unerfahrene griechische Regierung die Gläubiger vor. Zugleich treibt sie die Kosten für einen Grexit in die Höhe. Da fragt man sich, wo eigentlich die wirklich abgezockten Politiker sitzen.

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          Seit Anfang des Jahres ist in Athen die links-rechte Radikalregierung im Amt und hält die internationale Gläubigergemeinschaft hin, die dem Land unfassbare 325 Milliarden Euro geliehen hat. Geschickt führt eine angeblich unerfahrene Regierung die Gläubiger vor, während sie die Kosten für einen Grexit in die Höhe treibt.

          Längst hätte Athen Kapitalverkehrskontrollen einführen müssen, wie zuvor Zypern. Doch griechische Bürger und Unternehmen können weiter Geld bei Banken leihen und ins Ausland überweisen. Träte Hellas aus dem Euro aus, wäre das Auslandsvermögen sicher. Es gibt ja Gründe, warum auch die neue Regierung kein Interesse an den Fluchtmilliarden in der Schweiz hat.

          Ähnlich verhält es sich, wenn die Leute Bargeld bunkern. Auch das wäre vor dem Umtausch in eine neue Drachme sicher. Um wie viel Geld es geht, rechnet Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut vor. Der griechische Überziehungskredit in Form von Targetsalden der Europäischen Zentralbank liegt bei 100 Milliarden Euro und die Bargeld-Überschusshaftung über Ela-Notliquidität der EZB bei 43 Milliarden. Fragt sich, wo die Verhandlungsprofis und die wirklich abgezockten Politiker sitzen: in Brüssel, Berlin oder Athen?

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