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Griechenlands neue Härte : Zeit der Steuerfahnder

Eine Taxi-Quittung aus Griechenland Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Ärzte, Anwälte, Taxifahrer - sie alle müssen sich inzwischen vor dem Finanzamt in Acht nehmen, dessen Beamte in Griechenland ausschwärmen und die neue Unerbittlichkeit der Regierung demonstrieren. Diese hält sich genau an die ihr gemachten Vorgaben - womöglich zu spät.

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          Die Patienten, die gerade die Praxis ihres Hausarztes in Athen verlassen hatten, staunten nicht schlecht: Vor der Tür warteten Fremde und fragten sie höflich, ob ihr Arzt ihr für die soeben beendete Untersuchung eine Quittung ausgestellt habe. Die neugierigen Fremden waren Steuerfahnder, vor denen sich derzeit niemand sicher wähnen kann in Griechenland. Schöpfen die Fahnder Verdacht, dass der Arzt keine Quittung ausgestellt hat, statten sie der Praxis einen Besuch ab, der unangenehme Folgen haben kann.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Auch vor staatlichen Krankenhäusern wurden die Finanzbeamten schon tätig – und fündig. In Nordgriechenland haben dieser Tage vier Ärzte an staatlichen Kliniken den Dienst quittiert, weil sie sich nicht weiter auf die ständigen Kontrollen einlassen wollten, denen ihre Arbeit neuerdings unterworfen ist. Anderen, ob Rechtsanwälten oder Kioskbesitzern, ergeht es ähnlich. Sogar Taxifahrer stellen mittlerweile ungefragt elektronische Quittungen aus. Die Tage, da sie irgendwelche Phantasiezahlen auf Quittungsblöcke kritzelten, scheinen zumindest vorübergehend vorbei zu sein.

          „Hier hat ein echter Kurswechsel stattgefunden“

          Jens Bastian, Wirtschaftswissenschaftler vom Athener Forschungsinstitut Eliamep, dem bekanntesten des Landes, sieht sogar in der aus Griechenland zu beobachtenden Kapitalflucht der vergangenen Wochen ein Anzeichen für die Ernsthaftigkeit der griechischen Sparbemühungen: „Da haben wohlhabende Griechen offenbar bemerkt, dass die Regierung es ernst meint mit Steuernachzahlungen auf nicht deklariertes Vermögen. Hier hat ein echter Kurswechsel stattgefunden. Was angekündigt wurde, wird auch umgesetzt.“ Die Führung in Athen habe buchstabengenau mit den Fachleuten des Internationalen Währungsfonds (IWF) kooperiert.

          Griechische Staatsbedienstete protestieren gegen Finanzhilfen der EU
          Griechische Staatsbedienstete protestieren gegen Finanzhilfen der EU : Bild: dpa

          Die Regierung von Georgios Papandreou und seiner Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok) meint es tatsächlich ernst – sie hat auch keine andere Wahl, als es ernst zu meinen. Der Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst, die Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie der Steuern für Alkohol, Tabak, Benzin waren nur der Anfang. Die Einnahmen des Staates sollen auch durch ein Gesetz erhöht werden, das Strafzahlungen für illegal errichtete oder erweiterte Bauten vorsieht. Nach Schätzungen von Fachleuten werden etwa eine Million Griechen von dem Gesetz betroffen sein. Die Regierung will zudem die Frühverrentungsabkommen, die unter der Führung des im vergangenen Herbst abgewählten Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis mit einzelnen Berufsgruppen in staatlichen oder ehemals staatlichen Unternehmen ausgehandelt wurden, nicht akzeptieren und fordert die Beteiligten zu Nachverhandlungen auf.

          Sollen Frührentner in diesen Zeiten einen üppigen Lebensabend genießen?

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