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Griechenlands bitteres Geständnis : Hilferuf vor malerischer Kulisse

Papandreou am Freitag Bild: AP

Aus eigener Kraft kann Griechenland sich nicht aus dem Schuldensumpf befreien. Das hat Ministerpräsident Papandreou nun eingestanden. Derweil übt sich die Opposition in Kritik am Internationalen Währungsfonds.

          4 Min.

          Kastellorizo ist der östlichste bewohnte Außenposten Griechenlands. Die zum Dodekanes gehörende Insel und ihre weniger als 300 Bewohner sind vom griechischen Festland aus nur umständlich zu erreichen. Die einzige direkte Verbindung geht zunächst nach Rhodos, doch die Fähre, die vier Stunden bis dorthin benötigt, verkehrt nicht regelmäßig. Es gibt zwar auch einen kleinen Flugplatz auf Kastellorizo, der seit Jahren von den defizitären griechischen Staatslinien bedient wird, doch bei starkem Wind kann er nicht angeflogen werden. Im vergangenen Jahrhundert haben die meisten Einwohner ihre abgelegene Heimat verlassen.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Ohne die Subventionen aus Athen wäre das Eiland vermutlich längst unbewohnt, wie andere ehemals besiedelte Inseln in der Ägäis. Doch bisher haben sich alle griechischen Regierungen die Aufrechterhaltung der Besiedlung von kleinen und kleinsten Ägäisinseln einiges kosten lassen, was das nationale Budget nicht unerheblich belastet.

          Nach Kastellorizo fließt das Geld schon aus Prestigegründen - die Insel liegt kaum drei Kilometer vor der türkischen Küste. So wurde der malerische Hafen der noch in der Zwischenkriegszeit von etwa 15 000 Menschen bewohnten Insel aufwendig restauriert. Touristen mit einem ausgeprägten Ruhebedürfnis kommen gern hierher.

          Bild: F.A.Z.

          Postkartenkulisse für hehre Worte

          Diese Postkartenkulisse wählte der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou am vergangenen Freitag, um seinen Landsleuten in hehren Worten ein zwar erwartetes, aber dennoch bitteres Geständnis zu überbringen: Griechenland kann sich nicht aus eigener Kraft aus dem über Jahrzehnte angelegten Schuldensumpf befreien. Die Regierung der Nea Dimokratia unter seinem Vorgänger Kostas Karamanlis habe ein „sinkendes Schiff“ verlassen und das Land den Spekulanten ausgeliefert, so Papandreou vor malerischem Hintergrund. Deshalb sei es eine „nationale Notwendigkeit“, die Aktivierung des Unterstützungsprogramms zu beantragen, „das wir in Partnerschaft mit der EU geschaffen haben“. Fachleute des Internationalen Währungsfonds (IWF), der EU und der Europäischen Zentralbank sollen bis Anfang Mai festlegen, welche Reformen und Sparmaßnahmen die Regierung durchsetzen muss, um das benötigte Geld zu bekommen.

          Griechenland, so Papandreou, stehe nun am Beginn einer „Odyssee“, die es aber bestehen werde: „Wir kennen den Weg nach Ithaka.“ Er begründete die Entscheidung seiner Regierung mit der Wirkung der abermaligen Erhöhung der Defizitzahlen für 2009, die laut neuesten Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat nicht wie in den Monaten zuvor vermutet bei (ohnehin horrenden) 12,7, sondern sogar bei 13,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen sollen. Daraufhin hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Landes wiederum herabgesetzt.

          Von Kastellorizo bis Korfu, von Kreta bis Evros

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