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Yanis Varoufakis : „Griechenland versinkt jeden Tag tiefer in einem schwarzen Loch“

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Yanis Varoufakis, aufgenommen auf einer Pressekonferenz im November 2017 in Barcelona Bild: EPA

Pünktlich zum Ende der Griechenland-Hilfen meldet sich der ehemalige griechische Finanzminister zu Wort. Er zeichnet ein düsteres Bild.

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          Griechenland ist aus Sicht seines ehemaligen Finanzministers Yanis Varoufakis auch nach dem Auslaufen des dritten Rettungspakets noch nicht gerettet. „Griechenland steht am selben Punkt, im gleichen schwarzen Loch und es versinkt jeden Tag tiefer darin. Auch, weil die Sparvorgaben der Gläubiger Investitionen und den Konsum behindern“, sagte Varoufakis der „Bild“-Zeitung.

          Die Staatsschulden seien nicht weniger, sondern mehr geworden: „Wir haben jetzt nur mehr Zeit, um noch mehr Schulden zurückzuzahlen“, sagte der einstige Finanzminister. Der Staat sei aber noch immer pleite, die privaten Leute seien ärmer geworden, Firmen gingen noch immer bankrott und das Bruttosozialprodukt sei um 25 Prozent gesunken.

          Varoufakis war im Juli 2015 nach rund einem halben Jahr im Amt zurückgetreten, um Verhandlungen mit den Gläubigern zu erleichtern. Zuvor hatten die Griechen in einem Referendum die Sparvorgaben der internationalen Geldgeber abgelehnt.

          An diesem Montag endet das vorerst letzte Hilfsprogramm für Athen. Seit 2010 hatten die EU-Partner und der Internationale Währungsfonds das überschuldete Euro-Land mit insgesamt 289 Milliarden Euro an vergünstigten Krediten vor der Staatspleite bewahrt. Im Gegenzug musste Athen harte Reformen, Sozialkürzungen sowie Steuererhöhungen durchsetzen und sich verpflichten, daran festzuhalten.

          Griechenland wird nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) nach dem Ende des Rettungsprogramms für deutsche Unternehmen als Markt wieder interessant. „Das gute Ende der europäischen Hilfsprogramme ist ein positives Signal für Griechenland selbst und die EU insgesamt“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang der „Rheinischen Post“ (Montag). Griechenland könne dank europäischer Solidarität nach acht Jahren wieder auf eigenen Beinen stehen. Zuvor hatten sich schon Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zuversichtlich gezeigt, dass Griechenland den Weg aus der Krise schaffen werde.

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