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Wutrede des Finanzministers : Schäuble rechnet mit Athen ab

  • Aktualisiert am

Wolfgang Schäuble bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung am Montag in Berlin. Bild: dpa

„Sie haben alles Vertrauen zerstört“ - Wolfgang Schäuble holt gegen Griechenland aus. Die Regierung in Athen breche nicht nur Absprachen, sie belüge auch das eigene Volk. Forderungen nach Entschädigung wegen einer Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg schmettert der Finanzminister ab.

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          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in einem Rundumschlag die griechische Regierung kritisiert. „Sie haben alles Vertrauen zerstört. Das ist ein schwerer Rückschlag“, sagte Schäuble am Montag bei einer Diskussionsveranstaltung der Adenauer-Stiftung in Berlin. Er warf der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras vor, nicht nur Absprachen zu brechen, sondern auch die Griechen zu belügen - indem sie die Schuld immer nur bei Berlin, Brüssel und dem Rest Europas suche.

          Vehement wies Schäuble die Forderung der Griechen zurück, Milliarden aus Deutschland für eine Zwangsanleihe aus der Nazi-Zeit zu bekommen. Auf diesem Weg werde Athen seine Schuldenprobleme nicht lösen können: „Sie werden auch die griechischen Schulden nicht durch wie immer zu konstruierende deutsche Verpflichtungen aus dem Zweiten Weltkrieg bezahlt bekommen“, sagte Schäuble. „Wer sowas seiner Bevölkerung verspricht, verschweigt ihr die Wahrheit. Das ist ganz schlecht.“

          Bis November sei Athen auf einem guten Weg gewesen. Die Linksradikalen hätten die Fortschritte verspielt. Tsipras’ Konzept werde „so nicht funktionieren“. Er kenne niemanden in den internationalen Institutionen, der ihm sagen könne, was Athen eigentlich wolle.

          Es sei an der Zeit, dass das Land sich „allmählich langsam an die Realität“ annähere. Es sei falsch zu glauben, „wir hätten das Land zu Tode gespart“. Die griechischen Eliten hätten über Jahrzehnte versagt, dazu habe das Euro-Land über seine Verhältnisse gelebt, bekräftigte Schäuble seine Haltung.

          Eigentlich ging es um Jugendarbeitslosigkeit

          Wenn aber „die Verantwortlichen in diesem Land das Volk belügen“, dann sei es nicht verwunderlich, dass das Volk so reagiere, meinte der CDU-Politiker, der mit DGB-Chef Reiner Hoffmann eigentlich nur über Jugendarbeitslosigkeit diskutieren wollte. Schäuble berichtete, er habe Tsipras schon vor einiger Zeit folgende Prognose gestellt: Entweder werde dieser scheitern oder das Gegenteil seiner Wahlkampfversprechen umsetzen müssen.

          Schäuble war in den vergangenen Wochen immer wieder persönlich von griechischen Politikern und Medien kritisiert und beleidigt worden. Zuletzt unterstellte ihm der rechtspopulistische Verteidigungsminister Panos Kammenos, mit einer psychologischen Kriegsführung gezielt die Beziehungen zwischen Berlin und Athen vergiften zu wollen.

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