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Griechische Schuldenkrise : Schäuble: Neuer Tsipras-Brief hilft nicht weiter

  • Aktualisiert am

Wolfgang Schäuble Bild: AFP

Lenkt Alexis Tsipras doch noch ein? Einem Medienbericht zufolge ist der griechische Premier bereit, die meisten Forderungen der Geldgeber vom Wochenende zu akzeptieren – und fordert nur minimale Änderungen. Einen Dämpfer gibt es allerdings von Finanzminister Schäuble.

          In den Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Geldgebern scheint abermals Bewegung zu kommen. Die „Financial Times“ (FT) berichtete am Mittwoch über ein Schreiben von Griechenlands Premier Alexis Tsipras, wonach dieser die meisten der Forderungen seitens der Geldgeber vom Wochenende akzeptieren will.

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          In einem Brief an die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) habe Tsipras nur „kleine Änderungen“ an dem jüngsten Hilfsangebot der Geldgeber gefordert.

          Tsipras fordert nur minimale Änderungen

          Dem Bericht zufolge will die griechische Regierung die Forderungen der Gläubiger für die landesweite Mehrwertsteuerreform größtenteils akzeptieren. Nur für die griechischen Inseln verlange Athen einen Abschlag von 30 Prozent. In der ebenfalls strittigen Rentenreform wolle Athen den schrittweisen Anstieg des Rentenalters auf 67 Jahr bis zum Jahr 2022 nicht sofort, sondern erst ab Oktober beginnen.

          Außerdem verlange Tsipras, dass eine „Solidaritätsgarantie“ für ärmere Rentner, die bis Ende 2019 gelten soll, moderater auslaufe als von den Gläubigern verlangt.

          Der Brief von Tsipras bezieht sich auf den griechischen Vorschlag vom Dienstag: Athen hatte einen Zwei-Jahres-Kredit gefordert, die Eurogruppe hat das am Abend bereits abgelehnt. Außerdem hatte Tsipras um eine Verlängerung des Hilfsprogramms "um ein paar Tage" gebeten. Da das Programm in der Nacht ausgelaufen ist, ist diese Möglichkeit nun vom Tisch. Dennoch könnte Tsipras' Brief  als Grundlage für weitere Gespräche dienen. An diesem Mittwoch werden neue Vorschläge aus Athen erwartet, für 17.30 Uhr ist ein Telefonat der Euro-Finanzminister angesetzt.

          Es gibt aber auch gegenteilige Interpretationen, wie weit Griechenland und die Gläubiger in ihren Vorstellungen nun tatsächlich beieinander liegen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Insider, wonach der Brief vom griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras Elemente enthalte, die die zuständigen Minister der Euro-Zone wohl nur schwer akzeptieren können. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonte derweil in Berlin, dass dieser zweite Brief auch nicht für Klarheit gesorgt habe.

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