https://www.faz.net/-gqu-81vg5

Kommentar : Griechische Kalkulation

Der Internationale Währungsfonds hat seine Regeln extrem gedehnt, um Griechenland zu helfen. Doch die griechische Regierung reagiert nicht mit Dankbarkeit. Was steckt dahinter?

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Regeln extrem gedehnt, um Griechenland mit viel Geld zu helfen. Die griechische Regierung reagiert nicht mit Dankbarkeit, sondern mutet den Gesandten des Fonds, der Europäischen Zentralbank und der EU schlechte Arbeitsbedingungen zu und nimmt sie vor Anfeindungen der griechischen Öffentlichkeit nicht in Schutz.

          Welche Idee verfolgen Athens Politiker eigentlich damit, die einzigen Institutionen zu verprellen, die ihnen noch Geld geben könnten? Aktuell hat der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis zwar nun eingelenkt mit einem österlichen Überraschungsbesuch beim IWF in Washington. Er versprach, die am Donnerstag fälligen 450 Millionen Euro zu überweisen.

          Immerhin, doch versprochen hat Griechenland schon viel. Zudem knüpft sich an solche Zusicherungen sogleich der Verdacht, das Land finde einen Weg, den Gläubiger Währungsfonds zu bedienen mit dem Geld der Gläubiger EZB oder EU. Das ist ein Gedanke, der vor allem in Europa Unbehagen nähren muss. Die griechische Regierung aber kalkuliert offensichtlich damit, dass sich niemand einen gescheiterten Staat am Rande Europas leisten will.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Brexit-Streit : Boris Johnson und der „Hinterhalt“

          Während der Brexit-Streit jetzt auch den Supreme Court beschäftigt, empören sich viele Politiker und Medien über etwas anderes: die „Demütigung“ ihres Premiers auf der missratenen Pressekonferenz mit Luxemburgs Ministerpräsident Bettel.

          Wahlkampf in Amerika : Links unterm Triumphbogen

          Elizabeth Warren begeistert bei einem Auftritt Tausende New Yorker. Die Senatorin will für die Demokraten um das Präsidentenamt kandidieren – und die Macht in die Hände der Arbeiter legen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.