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Kommentar : Griechische Kalkulation

Der Internationale Währungsfonds hat seine Regeln extrem gedehnt, um Griechenland zu helfen. Doch die griechische Regierung reagiert nicht mit Dankbarkeit. Was steckt dahinter?

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Regeln extrem gedehnt, um Griechenland mit viel Geld zu helfen. Die griechische Regierung reagiert nicht mit Dankbarkeit, sondern mutet den Gesandten des Fonds, der Europäischen Zentralbank und der EU schlechte Arbeitsbedingungen zu und nimmt sie vor Anfeindungen der griechischen Öffentlichkeit nicht in Schutz.

          Welche Idee verfolgen Athens Politiker eigentlich damit, die einzigen Institutionen zu verprellen, die ihnen noch Geld geben könnten? Aktuell hat der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis zwar nun eingelenkt mit einem österlichen Überraschungsbesuch beim IWF in Washington. Er versprach, die am Donnerstag fälligen 450 Millionen Euro zu überweisen.

          Immerhin, doch versprochen hat Griechenland schon viel. Zudem knüpft sich an solche Zusicherungen sogleich der Verdacht, das Land finde einen Weg, den Gläubiger Währungsfonds zu bedienen mit dem Geld der Gläubiger EZB oder EU. Das ist ein Gedanke, der vor allem in Europa Unbehagen nähren muss. Die griechische Regierung aber kalkuliert offensichtlich damit, dass sich niemand einen gescheiterten Staat am Rande Europas leisten will.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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