https://www.faz.net/-gqu-81vg5

Kommentar : Griechische Kalkulation

Der Internationale Währungsfonds hat seine Regeln extrem gedehnt, um Griechenland zu helfen. Doch die griechische Regierung reagiert nicht mit Dankbarkeit. Was steckt dahinter?

          1 Min.

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Regeln extrem gedehnt, um Griechenland mit viel Geld zu helfen. Die griechische Regierung reagiert nicht mit Dankbarkeit, sondern mutet den Gesandten des Fonds, der Europäischen Zentralbank und der EU schlechte Arbeitsbedingungen zu und nimmt sie vor Anfeindungen der griechischen Öffentlichkeit nicht in Schutz.

          Welche Idee verfolgen Athens Politiker eigentlich damit, die einzigen Institutionen zu verprellen, die ihnen noch Geld geben könnten? Aktuell hat der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis zwar nun eingelenkt mit einem österlichen Überraschungsbesuch beim IWF in Washington. Er versprach, die am Donnerstag fälligen 450 Millionen Euro zu überweisen.

          Immerhin, doch versprochen hat Griechenland schon viel. Zudem knüpft sich an solche Zusicherungen sogleich der Verdacht, das Land finde einen Weg, den Gläubiger Währungsfonds zu bedienen mit dem Geld der Gläubiger EZB oder EU. Das ist ein Gedanke, der vor allem in Europa Unbehagen nähren muss. Die griechische Regierung aber kalkuliert offensichtlich damit, dass sich niemand einen gescheiterten Staat am Rande Europas leisten will.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Weitere Themen

          Konjunkturprognose auf 2,6 Prozent abgesenkt Video-Seite öffnen

          Lieferengpässe : Konjunkturprognose auf 2,6 Prozent abgesenkt

          In Deutschland wird für 2021 ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,6 Prozent erwartet. Das teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Berlin mit und verwies auf Lieferengpässe und weltweit hohe Energiepreise.

          Galeria stolpert in die Zukunft

          Warenhaus : Galeria stolpert in die Zukunft

          Die Warenhauskette will sich neu erfinden. In Frankfurt zeigt das Kaufhaus, das einmal Karstadt und Kaufhof hieß, wie es erfolgreich werden will. Doch kann das gut gehen?

          Topmeldungen

          Ministerpräsident Mateusz Morawiecki war am Mittwoch im Land unterwegs und äußerte sich auf Anfrage nicht.

          EuGH verhängt Strafe für Polen : „Um schweren Schaden abzuwenden“

          Eine Million Euro am Tag muss Polen bezahlen, solange die politisch besetzte Disziplinarkammer am obersten Gericht des Landes fortbesteht. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Warschau spricht von „Erpressung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.